Nach „Eberhard“: Kommunen im Aachener Nordkreis am stärksten getroffen

Sturmbilanz nach „Eberhard“ : Kommunen im Nordkreis am stärksten getroffen

Am Morgen nach „Eberhard“ wurde auch offiziell bestätigt, was sich am Sonntag schon angedeutet hatte: Das Sturmtief hatte den Aachener Nordkreis innerhalb der Städteregion am stärksten erwischt, und hier besonders dem Alsdorfer Stadtgebiet zugesetzt.

Kreisbrandmeister Thomas Sprank teilte am Montag mit, dass das Sturmtief in der gesamten Städteregion 322 Feuerwehreinsätze nach sich gezogen habe, von denen 87 – also etwas mehr als ein Viertel – auf Alsdorf entfielen, 66 auf Herzogenrath, 34 auf Würselen und 22 auf Baesweiler. Dementsprechend war auch rund die Hälfte von insgesamt 590 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Feuerwehrleuten, die „Eberhard“ bis in die Abendstunden des Sonntags hinterher räumten, aus dem Nordkreis. „Wir sind in gewisser Weise mit einem blauen Auge davongekommen“, resümierte Kreisbrandmeister Sprank – denn in der gesamten Städteregion war trotz umknickender Bäume und herumfliegender Dachziegel niemand verletzt worden.

Auch die Polizei war von einem geruhsamen Sonntag weit entfernt gewesen. Von 286 Einsätzen berichtete die Pressestelle des Polizeipräsidiums in Aachen am Montag, 128 davon seien „witterungsbedingt“ gewesen. Die Polizei unterstützte die Feuerwehr insbesondere durch „Absperr- und Sicherungsmaßnahmen von Gefahrenstellen“.

Das Dach des ehemaligen Commerzbank-Gebäude im Alsdorfer Stadtkern wurde erheblich beschädigt. Aktuell steht vor Ort ein Kran, mit dessen Hilfe Teile des Dachs entsorgt werden. Foto: zva/Jan Mönch

Als nach wie vor gefährlich wurde die Lage am Tag nach „Eberhard“ naturgemäß da eingeschätzt, wo viele Bäume stehen: im Wald. Die Stadt Würselen warnte am Montag davor, denselben zu betreten. „Zahlreiche Bäume wurden umgeworfen, Wege sind blockiert und es besteht weiterhin die Gefahr, dass sich noch Äste lösen und herabstürzen könnten“, teilte Stadtsprecher Bernd Schaffrath mit. „Aus diesem Grunde bittet die Stadtverwaltung, dass Erholungssuchende derzeit den Forst noch meiden. Da zahlreiche Gefahrenstellen beseitigt werden müssen, kann es temporär vorkommen, dass die Mitarbeiter der Forstdienststelle Wege sperren müssen.“

Entwarnung konnte die Stadt Würselen indes mit Blick auf das Aquana geben. Während des Sturms war dieses „als reine Vorsichtsmaßnahme“ geschlossen worden, wie Bernd Schaffrath erklärt. Nachdem die Bauordnung und ein ausführendes Unternehmen sich das Dach am Montag näher angesehen hatten, wurde angekündigt, das Bad am Dienstag wieder zu öffnen.

Auch am alten Commerzbank-Gebäude im Alsdorfer Zentrum waren die Folgen des Sturms am Montag gut zu sehen. Der Denkmalplatz hatte am Sonntag abgesperrt werden müssen, da sich auf dem Dach des hohen Gebäudes Bitumenbahnen und Teerpappen zu lösen drohten. Am Montag war ein Kran im Einsatz, mit dessen Hilfe lose Teile vom Dach herunter gelassen und entsorgt wurden. Der Denkmalplatz war nach wie vor weiträumig abgesperrt, um Passanten zu schützen und der Beschädigung von Autos vorzubeugen. Die Alsdorfer Wehr war nach Auskunft von Markus Dohms, Leiter der Feuer- und Rettungswache, auch am Montag noch mit Einsätzen im Zusammenhang mit dem Sturm vom Vortag beschäftigt. Seine Kollegen kümmerten sich vor allem darum, Rad-, Wirtschafts- und andere weniger frequentierte Wege von herabgestürzten Ästen zu befreien.