Baesweiler: Nach 24 Jahren verabschietet sie sich von der Grundschule Loverich

Baesweiler: Nach 24 Jahren verabschietet sie sich von der Grundschule Loverich

Geplant hat sie das nicht. Schulleiterin zu werden war eigentlich nie der Wunsch von Gudrun Tribbels. „Ich hatte schon immer eine Wahnsinnsprüfungsangst“, erinnert sich die 62-Jährige daran, wie sie schon gleich nach ihrer Bewerbung am liebsten einen Rückzieher gemacht hätte. Das war 1989. Sie hat nicht „gekniffen“ und daraufhin 24 Jahre lang die Katholische Grundschule in Loverich geleitet. Mit Herz und viel Gespür für Teamwork, wie ihr zahlreiche Gäste jetzt bei der Abschiedsfeier bescheinigt haben.

„Dank ihrer Führungskraft und einem hohen Maß an Zwischenmenschlichkeit haben Sie das Schulschiff stets auf Kurs gehalten“, würdigte Schulrat Gerd Funk bei der Feierstunde in der Schulturnhalle das Engagement von Gudrun Tribbels. Für sie habe er sogar eine zusätzliche Akte anlegen müssen, scherzte er. „Sie haben im Lauf ihrer Tätigkeit so viele Fortbildungen besucht, dass die Nachweise gar nicht alle in ihre Personalakte hineinpassen.“

2011 hat er mit Gudrun Tribbels erste Gespräche über ihren vorzeitigen Ruhestand geführt. „Sie haben damals auf ihren Körper hören müssen und das auch getan.“ Bereits im vergangenen Jahr war die Leiterin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Loverich tätig. In dieser Zeit wurde die angesichts der Schülerzahlen notwendige „Fusion“ mit der Settericher St.-Andreas-Schule vorbereitet, in der Loverich nun als Teilstandort geführt wird. „Ein Stück davon haben sie ja vor Jahrzehnten bereits vorweggenommen“, spielte Funk in seiner Rede darauf an, dass Tribbels von 1975 bis 1981 an dieser Settericher Schule als Lehrerin tätig war.

Viele Beiträge von Schülern umrahmten die Feierstunde. Den Auftritt des Schulchores nahm Bürgermeister Dr. Willi Linkens zum Anlass, die trotz der Zusammenlegung vorhandene Eigenständigkeit der Schule zu betonen. „So ein toller Chor ist ein Beweis dafür, dass es sich gelohnt hat, für die weitere Existenz der Dorfschule zu kämpfen. Für uns ist das kein Ableger - das ist die Katholische Grundschule Loverich.“

Er dankte - auch als Vater erwachsener Kinder, die diese Schule besucht haben - Gudrun Tribbels dafür, die Schule nachhaltig und engagiert mit Leben gefüllt zu haben. Sein Dank galt ebenso Karin Lüttgens und Karin Sieben, die die Lovericher Grundschule ein Jahr lang komissarisch geleitet hatten, bevor Beatrix Hinrichs zu Beginn des Schuljahres als neue Leiterin für beide Standorte übernahm.

„Du hast dafür gesorgt, dass viele in der Stadt zur Kenntnis genommen haben, dass es die KGS Loverich gibt“, lobte Karin Lüttgens das Engagement von Gudrun Tribbels. Die Schulhofgestaltung, die Gründung des Fördervereins, der Start einer Betreuung nach der Unterrichtszeit, die Intensivierung des Sportunterrichts — „das alles trägt Deine Handschrift. Und wir waren ein Team, das stets gerne zusammengearbeitet hat.“

Das Lob gab Tribbels zurück. „Diese Schule und das Kollegium sind einfach ein großer Schatz!“ Nicht zu vergessen die Kinder, die ihr besonders am Herzen lagen. Auch nachdem ihr Vorgänger Karl Lammertz ihr die Leitung schmackhaft gemacht hatte („Er hat mich mit ganz viel Geschick dazu gebracht“), hat Tribbels gerne die Fächer Religion und Sport unterrichtet. „Meine Devise war immer, mehr zu gestalten als zu verwalten“, erinnerte sie sich.

Fortbilden will sie sich nun auch in ihrem Ruhestand. Geplant ist ein Online-Studium zur „Diagnostik und Förderung hochbegabter Kinder“. Denn die Pädagogik ist für sie nun mal das: eine Herzensangelegenheit.