Konzert in Euchen: Musik zum Genießen in St. Willibrord

Konzert in Euchen : Musik zum Genießen in St. Willibrord

Musik zum Augen schließen, Zurücklehnen, Genießen und Nachdenken erklangen in der voll besetzten Euchener Kirche.

Mit seinen Mitstreitern Harald Claßen (E-Piano, Akkordeon, Klarinette, Saxophon und Tin Whistle) und Simon Kurtenbach (E-Piano, Akkorden, Bassgitarre) brachte Christoph Birken selbstgemachte deutschsprachige Musik vom Feinsten. Klanglich zeitweise erinnernd an Reinhard Mey und Manfred Leuchter, mit Einflüssen aus Folk, Klezmer, Jazz und Country trafen die tief gehenden Texte den Nerv der Zuhörer und erzeugten manche Gänsehaut.

„Lieder zwischen Carpe diem und Memento Mori", unter diesem Motto stand der Abend mit deutschsprachigen Liedern in der Euchener Kirche St. Willibrord: Genieße den Tag und sei dir der Sterblichkeit bewusst. Und dem wurde die Liederauswahl im ersten Teil des Konzertes auch voll und ganz gerecht.

Bei Liedern wie „Und außerdem", „Meine Zeit" oder „So weit so gut und so weiter" konnte man den Augenblick genießen und wurde gleichzeitig erinnert, dass es an einem selber liegt, die Zeit zu nutzen, bevor sie vergangen ist. Beeindruckend war die musikalische Professionalität auf den wechselnden Instrumenten. Christoph Birken als Mittelpunkt – wörtlich und musikalisch zwischen Konzert- und Westerngitarre wechselnd – zog die Zuhörer mit seiner warmen Stimme in seinen Bann.

Im zweiten Teil des Konzertes wurde die Beleuchtung intimer, die Lieder länger, die Texte nachdenklicher. Birken trug sie ohne eigenes Instrument vor, nur auf den Gesang konzentriert. Aus der Liebeserklärung „Kein Weg zu weit" stammt die Zeile: „Lässt mir meine Lieder, auch wenn ich drin verschwind“. Und das taten die Zuhörer zusammen mit den drei Musikern. Melancholisch und traurig, über Weltschmerz, Fernweh, verpasste Liebe, schilderten die Lieder unter anderem Momente, von denen wir ahnen, dass es vielleicht das letzte Mal sein könnte, dass wir sie erleben.

Einige Tränen flossen bei, „Deine Reise“, dem Lied über den viel zu frühen Tod eines Jugendfreundes. Trotz der bekannt schwierigen Akustik in St Willibrord ermöglichte die durch Stefan Jansen gut abgestimmte Elektronik auf den meisten Plätzen eine gute Verständlichkeit der Texte und eine ausgewogene Balance zwischen Instrumenten und Gesang. Langanhaltender Applaus und drei Zugaben waren ein verdienter Dank des Publikums an die Christoph Birken, Harald Claßen und Simon Kurtenbach für einen wunderbaren Liederabend, der keine Wünsche offen ließ.

Mehr von Aachener Nachrichten