Herzogenrath: Merksteiner Naturfreunde sehen dringenden Bedarf beim Insektenschutz

Herzogenrath : Merksteiner Naturfreunde sehen dringenden Bedarf beim Insektenschutz

„Dem theoretischen Wissen muss endlich praktisches Handeln folgen!“ Unbestritten gibt es einen dramatischen Rückgang der Insektenpopulation.

Klar ist auch, dass Insekten für den Fortbestand unseres Ökosystems ebenso unverzichtbar sind wie für unsere Ernährung. Auf Bundesebene haben sich 39 Umwelt-, Natur- und Tierschutzorganisationen zusammengetan und innerhalb eines „Aktionsprogramms Insektenschutz“ sechs konkrete Forderungen gestellt, um die Lebensbedingungen der heimischen Insekten nachweisbar zu verbessern.

Die Forderungen reichen von der Reduzierung der Pestizidanwendung, der Förderung der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft, der Abkehr von der Überdüngung landwirtschaftlicher Nutzflächen, Initiieren von „Schutzgebieten“, der insektenfreundlichen Gestaltung von öffentlichen Grünflächen bis hin zu umweltpädagogischen Angeboten für Schulen und Kitas.

Keine erfreulichen Erfahrungen

„Gerade bei den beiden letzten Aspekten erwarten wir, dass seitens der Kommunen auf lokaler Ebene gehandelt wird. Leider sind unsere bisherigen Erfahrungen nicht erfreulich.“, so der Bezirksvorsitzende der Naturfreunde (NF), Bruno Barth.

In Herzogenrath zum Beispiel habe man zusammen mit sechs im Natur- und Umweltschutz aktiven Organisationen im November 2017 eine offizielle „Bürgeranregung“ an die Stadt mit der Forderung nach praktischer Umsetzung verschiedener Maßnahmen gestellt. Passiert sei seitdem nach Ansicht der NF in der Praxis nichts; per Beschluss sei alles in eine „Endloswarteschleife“ geschickt worden.

Deshalb sei man selber in die Offensive gegangen, habe zusammen mit den anderen Organisationen einen „Runden Tisch Artenvielfalt“ ins Leben gerufen, unter anderem Kontakte zu Grundschulen und Imkern geknüpft und einen Preis für „ökologisch gestaltete Privatgärten“ ausgelobt.

Nach Ansicht der NF ist dies alles nur ein Mosaiksteinchen im Kampf für die Artenvielfalt und entlasse die Kommunen keineswegs aus der Verpflichtung zu handeln, schließlich stünden diesen doch ganz andere Optionen zur Verfügung. Im Übrigen seien alle Kommunen in der Städteregion Aachen zum Handeln aufgefordert.