Merkstein: Mehrheit votiert für Gastronomie auf August-Schmidt-Platz

August-Schmidt-Platz in Merkstein : Knappe Mehrheit votiert für Biergarten-Pläne

Eine lebhafte Diskussion gab es im Bau- und Verkehrsausschuss über Pläne und Investorenkonzept für den August-Schmidt-Platz in Merkstein. Zum Schluss drehte sich alles nur noch um die Frage, ob die Öffentlichkeit mittels Bürgerinformationsveranstaltung oder Einwohnerversammlung ins Bild gesetzt werden soll.

Die konträren Positionen der beiden großen Parteien (und Koalitionspartner) bezüglich der Umgestaltung des August-Schmidt-Platzes waren längst festgezurrt, als das Projekt jetzt im Bau- und Verkehrsausschuss erstmals in Gänze vorgestellt wurde.

So hatte die SPD Anfang April bereits bei einer eigens einberufenen Versammlung „skizzenhafte Erläuterungen“ zur Diskussion gestellt. Und sich dann – analog zu dort geäußerten Bürgermeinungen – gegen eine Bebauung für gastronomische Zwecke aufgestellt. Aufgrund von Argumenten, die eine Bürgerin in der Fragestunde der Ausschusssitzung unter anderem in der Frage gipfeln ließ, wo denn die Gäste des zurzeit noch an der Geilenkirchener Straße ansässigen Restaurants parken sollen, wenn dieses gemäß Wunsch des Investors auf den August-Schmidt-Platz umgezogen sei.

Jene Restaurantbesucher würden ihre Autos ja jetzt schon vor der Kita Am Wasserturm und nicht etwa auf dem P+R-Parkplatz dahinter abstellen. Besagter Investor saß indes in der letzten Reihe im Zuschauerraum und verfolgte, wie der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda die Planskizzen erläuterte und sich im Anschluss die Diskussion hochschaukelte.

Viele Überlegungen, so der Beigeordnete, seien eingeflossen. So ist ein Rasen mit Spielgeräten genauso im Blick wie die bessere Wahrnehmbarkeit des Wochenmarktes, der in absehbarer Zeit wieder größere Ausmaße annehmen soll. Ein bodengleiches, fächerartig angelegtes Wasserspiel mit computergesteuerten Düsen soll die Aufenthaltsqualität besonders zur Gaudi der Kinder erhöhen.

Der August-Schmidt-Platz in Merkstein: Ungefähr an dieser Stelle soll der Restaurant-Pavillon einmal stehen. Foto: Jan Mönch

Daneben, etwas jenseits der Platzmitte, soll das Denkmal der aufspringenden Pferde seinen neuen Standort finden. Die Grünfläche bietet zudem Platz für eine wettkampftaugliche Boulebahn. Aufgenommen wurde auch die Idee einer Begegnungsstätte, wie sie unter anderenm die Jugendorganisation „Falken“ eingebracht hatte. Eine runde Bühne ist dabei herausgekommen, die dank verschiebbarer Schalen (aus vandalismusresistentem Material) zu verschiedenen Seiten hin bespielbar ist. Eine Bodenhülse, in der Mai- oder Weihnachtsbaum aufgestellt werden können, ergänzt das Ganze.

Alles wird von der alten  Baumallee gesäumt. Drei jüngere Bäume indes sollen wegfallen, um das umstrittene Gastronomieprojekt zu verwirklichen. Das für den Beigeordneten eine Chance darstellt, wie er mit Blick auf die städtebelebende Außengastronomie in den Niederlanden feststellte. Das Vorhaben bilde keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Bereicherung für bestehende Restaurationsbetriebe. Ähnlich sahen das CDU, Grüne, FDP und Linke.

Wohingegen sich die UBL der SPD anschloss, die schließlich mit einem geänderten Beschlussvorschlag aufwartete: statt einer Bürgerinfo eine Einwohnerversammlung zu veranstalten und mit dem Ergebnis noch einmal den Ausschuss zu befassen. Was keine Mehrheit fand. Mit 13 zu 10 Stimmen wird nun der ursprüngliche Beschlussvorschlag der Verwaltung umgesetzt, nämlich das vorliegende Konzept inklusive Investorenvorhaben „final“ der Bevölkerung vorzustellen und „im weiteren die Ausführungsplanung und Ausschreibung vorzubereiten“.

Damit sei noch kein Auftrag erteilt, betonen die vier Befürworter-Parteien. Die auch ihrerseits Bedingungen stellen, wie Dr. Bernd Fasel (Grüne) darlegte: Der Platz soll noch mehr als bisher Treffpunkt für Familien sein, sein Charakter samt altem Baumbestand muss erhalten bleiben und die Gastronomie eine „leichte Architektur“ haben (Beispiel Glaskubus am Elisenbrunnen in Aachen).

Dass bei einer Bürgerinfoveranstaltung, wie sie nun stattfinden wird, Bürgermeinungen protokolliert und in die weiteren Beratungen einfließen, sei „gut geübte Praxis in Herzogenrath“, betonten abschließend sowohl Befürworter-Parteien als auch Verwaltung.

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