1. Lokales
  2. Nordkreis

Alsdorf: Mehr Geld für die Jugendhilfe

Alsdorf : Mehr Geld für die Jugendhilfe

In einem ersten Schritt hat der Stadtrat auf die enorm gestiegene und leider sicherlich noch weiter steigende Zahl von Kindern (und damit auch Familien) reagiert, die der Hilfe des städtischen Jugendamtes bedürfen.

Überplanmäßig stellte das Gremium über 1,93 Millionen Euro zur Verfügung. Den notwendigen zweiten Schritt, der laut Beigeordnetem Klaus Spille dem nach der Kommunalwahl am 27. Oktober erstmals tagenden Stadtrat vorbehalten bleibt, wird es dann um die notwendige Personalaufstockung des Jugendamtes gehen müssen, was nach ausgiebiger Würdigung der Verhältnisse von der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) empfohlen worden ist.

Fehlten schon im Jahre 2008 bereits 2,7 Stellen - gemessen an den von jedem Mitarbeiter zu bearbeitenden Fällen im Vergleich zur maximal möglichen Belastung, sind es im Lichte der weiteren Verschlechterung im laufenden Jahr bereits 4,6 Planstellen, wie Jugendamtsleiter Herbert Heinrichs im Rat ausführte. Dabei gehe es um die Verstärkung durch weitere Sozialpädagogen bzw. Sozialarbeiter. Spille: „Das Jugendamt kann sich dem nicht entziehen, sondern muss handeln.”

Im Vergleich von 25 Kommunen - vorgenommen von der GPA - verzeichnet Alsdorf die höchste Falldichte. Die Steigerung vom Jahre 2006 zu 2007 betrug laut Spille 40 Prozent, zum Jahre 2008 27 Prozent und zum laufenden Jahr bislang 19 Prozent. In absoluten Zahlen gerechnet musste das Jugendamt im Jahre 2008 bei 470 Kindern eingreifen, in diesem Jahr sind es bereits 560, sagte der Beigeordnete. Tendenz steigend. Mit der jetzt beschlossenen Mittelaufstockung werden im Sinne von Kinder- und Jugendschutz „pädagogische und wirtschaftliche Hilfen” für junge Menschen und ihre Familien finanziert.

Es geht unter anderem um Betreuung und Versorgung von Kindern in Notsituationen, Mutter-Kind-Einrichtungen, Vollzeitpflege für Minderjährige, Erziehung in der Tagesgruppe, verschiedenste Leistungen auch für Volljährige oder Inobhutnahme bei Gefahr im Verzuge. Spille machte weiterhin deutlich, dass das Jugendamt - vom PPA anerkannt - besonders effizient arbeite und trotz Mehrbelastungen unterm Strich ansonsten noch höhere Folgekosten vermeide. Problem sei, dass Alsdorf auf Grund von preisgünstigen Wohnungen problematische Klientel aus dem Umfeld anziehe. „Der Mehrbedarf (ist) auch maßgeblich auf Zuzüge vom Eltern nach Alsdorf - überwiegend aus Nachbarkommunen - zurückzuführen, deren Kinder in Heimen untergebracht sind”, so die Verwaltung.

Entscheidend für die Übernahme der Heimkosten sei die Wohnortgemeinde der Eltern. „Je nach Betreuungsintensität ist von monatlichen Kosten in Höhe von 4000 bis 6000 Euro auszugehen”, führte die Verwaltung aus. Unterm Strich ist festzuhalten, dass sich der Zuschussbedarf der Jugendhilfe sich durch diese überplanmäßigen Ausgaben von 12,1 auf rund 13,9 Millionen Euro erhöht. Finanziert werden die Mehrausgaben durch eine weitere Reduzierung des Eigenkapitals.