Gemeinsames Statement zur Marktentwicklung : Markttangente: Schulterschluss der Fraktionen

Gemeinsames Statement zur Marktentwicklung : Markttangente: Schulterschluss der Fraktionen

Ein gemeinsames Statement zur Entwicklung der „Kohlscheider Markttangente“ hatten die Fraktionen des Stadtrats mit Ausnahme der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) angekündigt. Den „interfraktionellen Schulterschluss“ halten die Vertreter von CDU, SPD, FDP, Linken und der Grünen für ein wichtiges Signal — die kommunalpolitischen Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung Kohlscheids sollen gemeinsam geschaffen und umgesetzt werden.

Dass die Markttangente in ihrem jetzigen Planungsvorschlag kommen muss, darüber ist man sich einig. Die Förderung durch das Land NRW, die bis November dieses Jahres beantragt werden muss, sei hierbei entscheidend. Eine Finanzierung allein aus kommunalen Mitteln scheidet aus, da dies eine 90-prozentige Umlage der Kosten auf die Anwohner bedeuten würde.

Dr. Bernd Fasel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, betonte, dass der Markt nach wie vor das Herz Kohlscheids sei. Ein „Bypass“ vom Markt zum Langenberg zwecks Verkehrsentlastung sei hierbei ein unumgänglicher Schritt. Der Charakter der Tagente zöge aus seiner Sicht keinen überregionalen Verkehr an. Drei Kreisverkehre und eine recht enge Fahrbahn (fünf Meter) machten die Strecke unattraktiv für „Abkürzer“. Zusätzlich haben die Grünen einen Antrag auf ein durchgehendes Tempolimit von 30 km/h gestellt.

Toni Ameis, Fraktionsvorsitzender der Linken, verwies auf die Wichtigkeit der neu zu schaffenden Wohnflächen im Plangebiet. Neue Anwohner würden den Einzelhandel am Markt fördern. Ferner regte er an, die Wurmbrücke an der Alten Mühle für Pkw zu sperren, um einen weiteren Durchgangsverkehr über den Langenberg zu unterbinden.

FDP-Fraktionsvorsitzender Björn Bock betonte, dass trotz mehr Wohnraums keine Grünflächen weichen müssen. Eine „grüne Lunge“ werde weiterhin am Langenberg Platz finden. Lobende Worte fand Bock für den Schritt der Verwaltung, freiwillig eine zweite Bürgerversammlung anzusetzen. Ferner sei die Separierung des Bebauungsabschnitts „Nahversorger“ sinnvoll. Eine Visualisierung des geplanten Straßenbilds würde bei den Bürgern das ein oder andere Vorurteil abbauen.

Die Gespräche mit der Städteregion in Bezug auf die Tangente und den gesamten Markt wurden vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Gronowski und seiner Stellvertreterin Renate Gülpen in besonderem Maße gelobt. Dass die Stadt beim Land um eine Förderung wirbt, habe der guten Kommunikation mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg keinen Abbruch getan.

Die Fraktionen sind sich sicher, dass die geplante Fahrbahnbreite von fünf Metern (inklusive anderthalb Meter markierter Radweg auf beiden Seiten) die Markttangente im Sinne einer kommunalen Straße gestaltet und unattraktiv für „Raser“ macht. Die SPD-Vertreter Dr. Manfred Fleckenstein und Wolfgang Goebbels stellten klar, aus Kohlscheid „keine Schlafstadt“ machen zu wollen. Parkfläche sei neben der direkten Erreichbarkeit der Südstraße und des Marktes aus Richtung Oststraße eine wichtige Zutat.

Sowohl der Kohlscheider BC als auch die DJK Elmar Kohlscheid zeigten sich zufrieden mit der städtischen Kommunikation. Beide Vereine profitieren von der zu erweiternden Sportanlage Oststraße.

Eine Podiumsdiskussion zwischen Vertretern der Ratsfraktionen und Bürgern und Geschäftsleuten, folgt am Mittwoch, 19. September, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Kempchen, Oststraße 41.

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