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Herzogenrath: Markttangente für Kohlscheids Zentrum ist auf dem Weg

Herzogenrath : Markttangente für Kohlscheids Zentrum ist auf dem Weg

Die Verwirklichung der Markttangente, die Kohlscheids Zentrum in absehbarer Zeit vom Durchgangsverkehr befreien soll, ist einen Schritt weiter: Der Umwelt- und Planungsausschuss hat in einer Sondersitzung zum einen die Teilung des Bebauungsplans II/66 „Kohlscheid Zentrum-Langenberg“ in die Teilbereiche A und B sowie für Teil A die öffentliche Auslegung gemäß Baugesetzbuch beschlossen.

Als „löblich“ herausgestellt wurde (Katharina Herzner, Grüne), dass die Stadtverwaltung am 10. Oktober eine weitere, freiwillige Infoveranstaltung anbietet, bei der die Bürger alle noch offenen Fragen zum Thema stellen und sich die Planungen für Kohlscheid nochmals erläutern lassen können.

Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) wies in der Sondersitzung zudem darauf hin, dass in der Bürgerschaft offenbar immer noch Aufklärungsbedarf darüber bestehe, ab wann eine Straße, in diesem Fall die Markttangente, umlagepflichtig ist. Nämlich wenn sie — anders als bei der Tangente vorgesehen — als „städtische“ Straße gebaut würde, das heißt, mit den unter anderem von einer Bürgerinitiative gewünschten direkten Abzweigungen zu den ebenfalls vorgesehenen neuen Wohngebieten. Bei einem kompletten Straßenneubau (wie bei der Tangente) würden dann sogar 90 Prozent des Erschließungsaufwands auf die Anlieger umgelegt. Was der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda bestätigte.

Bruno Barth (UBL) votierte zwar für die Offenlage des Bebauungsplans, aber gegen die Aufteilung in die Plangebiete A und B sowie gegen die Abwägung über die im Rahmen des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens eingegangenen Anregungen für den Teilbereich A. Unter anderem kritisierte Barth die Vorgehensweise der Verwaltung („Salamitaktik“). Überdies vermisse er den „Dialog mit den Bürgern mit offenem Ausgang“. Womit er entschiedenen Widerspruch des Technischen Beigeordneten erntete. Unter anderem wies Migenda den Vorwurf zurück, es werde an den Bürgern vorbei geplant, vielmehr habe es eine „Vielzahl“ an Versammlungen gegeben, konnte er eben auch auf besagten zusätzlichen Termin am 10. Oktober verweisen.

Den Bürgern mögliche Ängste nehmen

Im Namen des Stadtmarketings mahnte Walter Breuer als beratendes Mitglied im Umwelt- und Planungsausschuss abschließend nochmals, in Kohlscheid einen Negativeffekt durch einen Vollsortimenter zu vermeiden, wie er in Herzogenrath-Mitte bereits eingetreten sei. Er hoffe, dass bei der Infoveranstaltung im Oktober den Bürgern und Einzelhändlern im Stadtteil die diesbezügliche Angst genommen werden könne. Die Notwendigkeit der Markttangente selbst kennzeichnete er indes als „unstrittig“.

Migenda indes versäumte nicht, noch einmal daran zu erinnern, dass es mit dem Kaiser‘s am Langenberg doch schon einen Nahversorger gegeben habe, der dort mit Blick auf den Einzelhandel im Ort durchaus verträglich gewesen sei, und der nicht etwa aus Mangel an Nachfrage, sondern wegen innerbetrieblicher Umstrukturierung geschlossen worden sei. Alles, was an dieser Stelle nun angedacht sei, sei eine „maßvolle Vergrößerung auf maximal 2000 Quadratmeter“.

Was die ergänzende Wohnbebauung rund um die Markttangente angeht, so plädierte Fleckenstein („Wir brauchen Menschen, in der Stadt, die auch dort einkaufen“; und Stefan Becker/CDU: „Die urbane Qualität ist ein wichtiger Aspekt“) überdies für die Anlage weiterer öffentlicher Stellplätze und verschiedener Durchgänge, um die Südstraße mit ihren Einzelhändlern besser erreichbar zu machen.

Auf Antrag der großen Koalition soll die Verwaltung ergänzend prüfen, ob 20 Prozent der zu bebauenden Fläche für sozial geförderten Wohnungsbau vorgehalten werden können (Dr. Manfred Fleckenstein: „Preisgünstige Wohnungen sind Mangelware“).