Nordkreis: Maikundgebung: Gerechte Löhne eingefordert

Nordkreis: Maikundgebung: Gerechte Löhne eingefordert

Auch das ist europäisch. Mit sanft-schönen spanischen Weisen leitete Leadsängerin Gabriella Massa (RWE-Band) die zentrale Maikundgebung in Alsdorf ein. „Granada, te quiero”, „Hijo de la Luna”, das ging ins Ohr.

Ins Ohr gingen aber auch wesentlich schärferen Töne, die IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch wenig später vor der Remise der Alsdorfer Burg anschlug. Vor geschätzten 1000 Besuchern stieg Maresch ohne Verzug ins Thema ein, das da lautete „Gute Arbeit für Europa - gerechte Löhne, soziale Sicherheit”. Viele „Promis” aus Politik, Kultur und Wirtschaft waren anwesend, als Manfred Maresch betonte: „Der 1. Mai erinnert uns an schwierige Auseinandersetzungen, zum Beispiel um den Acht-Stunden-Tag.”

Schwierige Verhandlungen und Auseinandersetzungen sind aber keine Geschichte. „Auch heute müssen wir heftige Auseinandersetzungen austragen”, formulierte der Festredner am „Tag der Arbeit”. War in den zurückliegenden Jahren Beschäftigungssicherung in der Krise ein wesentlicher Grund für die Lohnzurückhaltung, so will man „jetzt endlich höhere Löhne”.

Beifall erhielt Maresch für seine Feststellung, „wir haben für unsere gute Arbeit einen kräftigen Schluck aus der Pulle verdient”. Ob Edmund Dahmen und Peter Kreutzfeldt aus Setterich, Kazim Karakök (Baesweiler), Bulkan Ersoy (Alsdorf), Anton Brosius aus Aldenhoven oder Detlef Loosz (Alsdorf), der die Kundgebung eröffnete - die Gewerkschaftler zeigten sich Schulter an Schulter und stimmten Maresch zu. „Wir fordern Gerechtigkeit in den Tarifrunden 2012. Die beginnt bei gerechten Löhnen und hört bei der Gleichbehandlung der Leiharbeitnehmer noch lange nicht auf.”

Scharf kritisierte der Bezirksleiter der IGBCE Alsdorf die Bundesregierung und allen voran Kanzlerin Angela Merkel. Ihre Strategie des „Sparens, Sparens, Sparens führt direkt in den Abgrund”. Maresch begründete das so: „Wenn alle sparen, gibt es auch keine Aufträge für Unternehmen.” Dies bedeute in der Konsequenz: „Nachfrage und letztendlich Produktion und Wirtschaftsleistung sinken.” Er bemerkte zudem: „Gerade wir Deutschen haben es nach dem Fall der Mauer doch vorgemacht!” Es sei viel Geld in die Hände genommen worden und vieles geschafft.

„Trotzdem sind noch längst nicht alle Landschaften in der ehemaligen DDR blühend.” Maresch prangerte auch an, dass die Reallöhne in Deutschland zwischen 2000 und 2009 um 4,5 Prozent gesunken sind. Dagegen durften sich Österreicher (2,7 Prozent) oder gar Norweger (25 Prozent) über teils satt gestiegene Löhne freuen. Also nehme man den 1. Mai auch zum Anlass, „dass wir für ein Europa streiten, das sich wieder auf seine Werte und Wurzeln besinnt und nicht von Ratingagenturen und Börsenkursen getrieben wird.”

Manfred Maresch schloss seine Rede mit dem Aufruf: „Wir wollen die Schaffung eines sozialen Europa. Für ein Europa des Zusammenhalts, der Solidarität und Mitbestimmung!”

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