Baesweiler: Letzte Themenwochenende der Reihe „Geschichte verstehen“

Baesweiler : Letzte Themenwochenende der Reihe „Geschichte verstehen“

Das siebte und letzte Themenwochenende der Reihe „Geschichte verstehen — Zukunft gestalten“ findet am Freitag, 7. September, ab 19 Uhr, und am Samstag, 8. September, ab 14 Uhr jeweils im Haus Setterich, Emil-Mayrisch-Straße 20, Setterich, statt.

Am Freitagabend wird der aus Funk und Fernsehen bekannte Journalist und Politikwissenschaftler Dr. Stephan Kaußen Gast sein. In verschiedenen Texten und Beiträgen beschäftigt sich Kaußen mit Themen wie Bildung, Hedonismus, Konsumismus, Individualisierung und legt in einem seiner Bücher — „Europas Zeitenwende“ — eine kritische Würdigung der Entwicklung des gesellschaftlichen und politischen Engagements in unserem Lande vor. Er offenbart seinen Blick auf die westlichen Gesellschaften und ihre Entwicklungen und lädt zur Diskussion ein.

Die „Neuen Rechte“

Am Samstag wird Maik Fielitz vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität zu Hamburg über Argumentationsmuster der „Neuen Rechten“ referieren, die sich aus den ideengeschichtlichen Vorläufern des Nationalsozialismus bedienen.

Wie gelingt es den Protagonisten dieser politischen Strömung beispielsweise rassistische Vorstellungen wieder zur Popularität zu verhelfen? Und welche Bedeutung hat die europaweite Vernetzung rechter Gruppen?

Wie stets ist die Freitags- mit der Samstagsveranstaltung thematisch gekoppelt: Sollte der kritische Blick von Dr. Stephan Kaußen zutreffend sein und der Vortrag von Maik Fielitz belegen, dass die Grenzen des Sagbaren, vielleicht auch bereits die Grenzen des Machbaren, verschoben sind, dann stellt sich die Frage, ob die westlichen Gesellschaften überhaupt noch in der Lage sein werden, Antworten zu finden auf den zunehmend stärker werdenden Nationalismus.

Werden die offenen Gesellschaften des Westens, wieder zu geschlossenen Gesellschaften werden? In diesem Zusammenhang wird an den großen Philosophen Karl Popper erinnert, der in seinem unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ ein Signal sendete an die Menschen, für offene Gesellschaften zu kämpfen, wenn man nicht von deren Feinden in geschlossene Gesellschaften eingesperrt werden wolle.

Mitdiskutieren

Angesichts der noch sehr lebendigen Erfahrungen mit den totalitären Systemen Faschismus und Kommunismus eine damals sehr aktuelle Botschaft. Und heute? Sind die damaligen Erfahrungen schon zu weit weg, als dass sie und die von ihnen ausgehenden Gefahren den Menschen im Westen, die in den vergangenen etwa 70 Jahren in demokratisch-pluralistischen Staaten gelebt haben, noch bewusst sind? Ist diese Einschätzung zu pessimistisch?

Tatsache ist, dass mittlerweile in vielen europäischen Ländern die Feinde der offenen Gesellschaft nicht nur in den Parlamenten sitzen, sondern teils auch in Regierungen.

Am letzten Veranstaltungswochenende der nun seit einem Jahr laufenden Veranstaltungsreihe „Geschichte verstehen — Zukunft gestalten“ kann mit Dr. Stephan Kaußen und Maik Fielitz diskutiert werden, können Fragen gestellt und Stellung genommen werden. Der Eintritt im Haus Setterich ist frei.

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