Herzogenrath: „Leise, sonst schrei‘ ich“: Theater-Reihe mit einem starken Auftakt

Herzogenrath: „Leise, sonst schrei‘ ich“: Theater-Reihe mit einem starken Auftakt

Eine Mischung aus Beklemmung, Schock und Begeisterung über eine tiefgreifende Schauspielleistung erfüllte die heiligen Hallen der Pfarrkirche St. Josef in Straß.

Mit der Aufführung des gesellschaftskritischen Stücks „Leise, sonst schrei‘ ich“ vom Aachener „Aixpertentheater“ boten die Verantwortlichen der „Kulturkirche“ um Gemeindereferent Wilfried Hammers ihren Besuchern eine fulminante Premiere der neu geschaffenen Theater-Reihe.

Unter der Regie von Mehdi Salim waren Astrid Kempen in der Rolle der Sophie und Michael Strack als „Eindringling“ der Einladung in die Kultur-Kirche gefolgt. Die Jubiläumsproduktion zum 20-jährigen bestehen der „Aixperten“ — die Originalfassung stammt von der Brasilianerin Leilah Assumpcao — feierte erst kürzlich ihre Premiere und tourt seitdem durch die Städteregion.

Die Fesseln der Psyche

Während Sophie in einer Art Pseudo-Geborgenheit ihr Leben isoliert in ihrem Beruf und ihrer Einzimmerwohnung verbringt, dringt nachts ein bewaffneter Fremder in ihr Schlafzimmer ein. Starr vor Angst kann sie sich zunächst kaum rühren, lässt den Eindringling gewähren. Mit psychologischen Tricks und ohne Rücksicht auf Verluste kann der Fremde sie manipulieren und zu einem Ausbruch aus ihrer isolierten Welt bewegen. Beide geben sich der Fantasie hin und erleben bizarre wie skurrile Reisen in ihrer neu geschaffenen Traumwelt.

Das Schauspielduo zeichnete von der ersten Minute an mit bestechender Präzision die Fesseln der Psyche in einer modernen Welt. „Wir haben mit Absicht ein nachdenkliches und ergreifendes Stück zur Premiere gewählt. Ich hoffe, dass wir somit unsere neue Theaterreihe facettenreich und vielseitig gestalten können“, erläuterte Hammers. Den Zuschauern war anzumerken, dass sie diese Aufführung keinesfalls schnell vergessen werden.