Herzogenrath: Laufend soziale Mitverantwortung lernen

Herzogenrath: Laufend soziale Mitverantwortung lernen

Kleine Beine - große Strecke: Bis zu 16 Kilometer schaffen einige Schüler der Grundschule Pannesheide. Sie laufen für den guten Zweck. In diesem Jahr geht die Hälfte des beim Sponsorenlauf erjoggten Geldes wieder an Unicef.

„Damit werden wir Katas-trophenhilfe in der Sahel-Zone leisten”, erklärt Petra Schumann von der Unicef-Arbeitsgruppe Aachen. Wie stark die Haushaltskasse der Eltern, Omas, Opas oder Nachbarn, von denen die jungen Läufer meist gesponsert werden, dieses Mal belastet wird, lehrt die Erfahrung vergangener Durchgänge.

Mehrere Tausend Euro

Und die zeigt: zwischen 4000 und 5000 Euro sind eigentlich immer zusammengekommen. Der Rekord liegt bei rund 6000 Euro. Beim vorletzten Run haben die Eltern ihre Kinder unterschätzt und teilweise sehr ambitionierte Beträge für eine Runde ausgerufen. Da sind dann auch schon mal 100 Euro und mehr pro Spross aufgelaufen. „Letztes Mal waren sie schon deutlich zahmer”, verrät Schulleiterin Monika Wallbrecht.

Am Start sind 184 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Auch Kinder mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung laufen mit.

Und die Mühe soll sich für die Schüler lohnen. Denn die zweite Hälfte des Geldes soll für einen Snoezelraum verwendet werden. „Das ist ein Raum der Erholung, in dem die Kids bei weichem Licht auf gemütlichen Matten bei sanfter Musik zur Ruhe kommen können”, erklärt Schulsozialpädagogin Christiane Hauschulz.

Vielleicht ist der Raum ja auch für Lehrer geeignet: „Wir freuen uns auch schon drauf”, fügt sie an. Das Kinderparlament der Schule hat die Idee für gut befunden. Anfang nächsten Schuljahres soll ein solcher Raum besichtigt werden, um zu sehen welcher Ausstattung es bedarf und ob das ganze auch wirklich finanzierbar ist.

Shuttlebusse

Den Lauf, ein Rundkurs mit 800 Metern pro Runde auf Straßen in der Nähe der Grundschule, unterstützt auch die Aseag. Sie hat für die zwei Stunden der Veranstaltung die Busfahrten ausgesetzt und holt die Fahrgäste mit einem kleineren Shuttlewagen ab, um sie zur nächsten Haltestelle zu bringen. Der Lauf ist im übrigen nicht nur gedacht, um die Schulkasse aufzubessern und wohltätig zu sein, wie Wallbrecht betont: „Es ist toll, dass die Kinder auch lernen, dass es Menschen gibt, die ihre Hilfe brauchen.”

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