Herzogenrath: Landesstraße 223: „Bus wird eine Umleitung fahren müssen“

Herzogenrath: Landesstraße 223: „Bus wird eine Umleitung fahren müssen“

Ein wichtiges Anliegen vertrat Johannes Kempen, SPD-Stadtverordneter für den Bereich Niederbardenberg, Ruif und Noppenberg, jetzt im Stadtrat: Wie denn die Busanbindung vor allem für die Schulkinder aus Niederbardenberg gewährleistet sei, wenn die Arbeiten zum Ausbau der Landesstraße 223 zwischen Birk und Schulzentrum beginnen? Eine Baumaßnahme, die immerhin anderthalb Jahr dauern soll.

Geplant sind zwei Bauabschnitte, so lauteten jüngst die Infos seitens Straßen NRW bei einem Einwohnerabend in Niederbardenberg. Von Mai bis Jahresende soll zwischen Schulzentrum und Einmündung K1 gebaut werden, dabei müsse mit Vollsperrung für den Autoverkehr gerechnet werden. Das gelte auch für den zweiten Bauabschnitt, der 2019 zwischen K1 und Birk folgen soll.

„Die zentrale Frage“, so Kempen: „Wie fährt der Bus? Müssen die Fahrgäste dann etwa bis Pley zur Linie 21 laufen?“ Denn der Gelenkbus könne in Niederbardenberg nicht wenden. Über solche Dinge müsse Straßen NRW doch informieren. Zur Info: Die Linie 21 fährt durch die Wolfstraße nach Niederbardenberg und auf Höhe „Vierjahreszeiten“ wieder hinaus. Die Wolfstraße wird aber im Zuge der Baumaßnahmen abgeschnitten werden.

„Die Kommunikation“, so Bürgermeister Christoph von den Driesch (CDU), sei „sicher etwas ungünstig gelaufen“. Vieles, auch die Tatsache, dass sich die Baumaßnahme wegen der Vielzahl zu verlegender Versorgungsleitungen über ein Jahr hinziehe, hätte eher kommuniziert werden müssen. So habe sich Straßen NRW zwar mit der Aseag abgestimmt, aber nicht mit den Schulen und dem Schulamt, kündigte von den Driesch einen Sondierungstermin für die kommende Woche an: „Die Busse werden wohl eine Umleitung fahren müssen.“

Weil die Trasse zu eng sei, sei eine einseitige Sperrung aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, da zu gefährlich für die Bauarbeiter. In Sachen Erreichbarkeit Niederbardenbergs für Rettungsdienste und Feuerwehr, so der Bürgermeister weiter, sei man zwecks gegenseitiger Unterstützung je nach Bauabschnitt im Gespräch mit der Stadt Würselen, um die Versorgungsfrage „interkommunal vernünftig zu klären“.

Kai Baumann (Piraten) schloss sich der Kritik an und wartete mit dem Vorschlag auf, die Baumaßnahmen in zwei Unterabschnitte bis zur Wolfstraße zu unterteilen, damit ein Durchfahren Niederbardenbergs für Busse möglich bleibe — „damit die Leute nicht durchs ganze Dorf laufen müssen.“ Eine Änderung der Baupläne sei aber nicht mehr möglich, informierte von den Driesch, da die Ausschreibungen erfolgt seien. CDU-Fraktionschef Dieter Gronowski zeigte sich enttäuscht über das „Monopoldenken“, das hier gelebt werde: Es wäre wichtig gewesen, dass Straßen NRW mehr über die Verkehrsführung während der Bauzeit nachgedacht hätte — und nicht nur über die Baggereinsätze.

Was den Bürgermeister veranlasste klarzustellen: „Dass es überhaupt zu diesem Projekt kommt, das ist erst einmal positiv!“ Die Bürgerinitiative habe sich über Jahre dafür eingesetzt, eine verkehrliche Entlastung der Siedlung zu erreichen, „ich bin froh, dass es endlich soweit ist“, appellierte von den Driesch, das Ganze „jetzt nicht kaputtzureden“. Er ergänzte aber: „Man hätte es anders machen können.“ Jetzt gelte es, das Beste aus der Situation zu machen.

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