Herzogenrath: Kulturnacht „Zeitenwende“: Ein Abend, drei Spielorte

Herzogenrath: Kulturnacht „Zeitenwende“: Ein Abend, drei Spielorte

Musiktheater im Klösterchen, Kabarett im Streiffelder Hof und Rock auf Burg Rode: Für Kulturliebhaber hält die Nacht, in der die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, in Eurode jedes Jahr einen besonderen Leckerbissen bereit.

Zum 8. Mal fand jetzt die Kulturnacht „Zeitenwende“ statt, die mit drei Veranstaltungen an drei beliebten Kulturstätten in Herzogenrath beim Publikum erneut punkten konnte. Los ging es am frühen Abend im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen. Sängerin und Gitarristin Annett Kuhr präsentierte dort ihr Programm „Zeit“ mit eigenen Liedern sowie Werken von Joachim Ringelnatz, Christof Stählin, Herman van Veen, Reinhard Mey oder Kurt Tucholsky. Lieder und Texte schauten erinnernd in die Vergangenheit oder warfen einen neugierigen Blick in die Zukunft, erzählten aus der Perspektive einer Eintagsfliege, eines Kindes oder eines Demenzkranken.

Rockten zum Abschluss auf Burg Rode: Das Trio „Kaminrock“, Willi Lennartz, Udo Schroll und thomas Heinrichs. Foto: Nina Krüsmann

Mit dem Shuttlebus ging es in dieser milden Herbstnacht für die Zeitenwendegäste weiter zum „Thekentratsch“ im Streiffelder Hof mit Heike Becker und Kerstin Saddeler-Sierp. Kabarett-Comedy unter dem Titel „Schönheit hat immer zwei Gesichter“ bot ein köstliches Rollenspiel voll Selbstironie und Spielfreude. Analysen über das „Frausein als solches“, der ewige Mutter-Tochter-Konflikt, die nervtötende Tante mit dem „Ich meine es doch nur gut“-Syndrom oder den Erziehungsmaßnahmen für die lieben Männer im Haushalt sind einfach herzerfrischend.

Den Schlussakkord der Zeitenwende setzte die Herzogenrather Band „Kaminrock“ auf Burg Rode und stellte erst einmal fest: „Es ist Zick zum Afrocke!“ Und das Trio rockte beinahe unplugged im Burgsaal und machte das Publikum zu später Stunde richtig munter.

Sänger Udo Schroll, Thomas Heinrichs und Willi Lennartz am Bass ließen den Sound der 70er und 80er wieder aufleben, weckten mit Klassikern wie „Have you ever seen the rain“ oder „Walk on the wild side“ Erinnerungen. Marius Müller-Westernhagens „Es geht mir gut“ oder Udo Lindenbergs „Ich mach mein Ding“ sind Hits, die man nicht ansagen braucht und die perfekt zum Trio passen. Mit Hut und Mundharmonika ist Schroll ganz in seinem Element, imitiert Lindenberg exzellent. Bis hin zu eigenen Songs im Oecher-Country/Pop-Style begeisterte die Band und Mitmachen war ausdrücklich erwünscht.