Baesweiler: „Kultur nach 8“: Jürgen B. Hausmann entdeckt seinen grünen Daumen

Baesweiler : „Kultur nach 8“: Jürgen B. Hausmann entdeckt seinen grünen Daumen

Spätestens am vergangenen Wochenende schrillten am Frühstückstisch die Alarmglocken bei allen „Hausmännern“. Wenn der ungeliebte Nachbar bei Tagesanbruch den Rasenmäher anwirft, ist der Hausherr in den allergrößten Nöten — die eigene Grünfläche lechzt nach langem Winterschlaf schließlich ebenfalls nach schweißtreibender Pflege.

Der „König aller Hausmänner“ hatte sich ein gutes halbes Jahr nach seinem letzten Gastspiel auf der Baesweiler Burg wieder bei „Kultur nach 8“ angekündigt. In voller Gärtner-Montur nahm Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann in seinem Programm „Frühling, Flanzen, Feiertare“ die drei höllischen F-Wörter der Monate März bis Mai sarkastisch unter die Lupe.

Der Wahnsinn, den der grüne Daumen bei allen Gartenbesitzern dieser Tage erzeugt, traf die Lachmuskeln des Publikums in der brechend volle Burg vollends.

Für (den) Hausmann beginnt die Reanimation der eigenen Grünfläche natürlich bei den Experten vom Gartencenter. Auf die Frage, welche Rasensorte es denn sein soll, antwortet man wahrheitsgemäß: „Wir wollten es einmal mit grün probieren.“

Dabei hat sich die eigene Wiese trotz der Bezeichnung als „18-Loch-Rasen“ nicht als gepflegter Golfplatz herausgestellt, sondern vielmehr als Rückzugsort für eine ganze Maulwurfkolonie.

In seiner bekannten Manier zog Beckers die Rituale und Beauty-Geheimnisse für das heimische Grün kräftig durch den Kakao. Ob Heckenpflege, Unkraut-Beseitigung oder Blumengießen — im Wettkampf der Reihenhausgärten ist alles erlaubt. Im Gegenzug wird sich auch etwas gegönnt.

Liegt die Gattin des Nachbarn leicht bekleidet in der Sonne, kann die frisch hoch gezogene Gartenmauer auch schnell wieder einem Jägerzaun weichen.

Technische Innovationen haben es Beckers ebenfalls angetan. Der Rasenmäher-Roboter ist für ihn der „Thermomix des Gartens“, der in naher Zukunft vielleicht auch schon mit dem Hund gehen kann. Die Liebe für den eigenen Nutzgarten solle weiter geführt werden: „Warum umständlich Rosen schneiden? Bringen Sie beim ersten Rendezvous doch mal einen frischen Rotkohl oder Sellerie au dem eigenen Garten mit!“

Laut eigener Aussage hätte man beispielsweise in Puffendorf schon gute Erfahrungen gemacht: „Die waren immer etwas anders.“ Freilich durfte auch eine ausgiebige Zeitreise in die Vergangenheit nicht fehlen. Mit scharfem Blick unterstrich Beckers, dass in früherer Zeit mehr draußen gespielt wurde. Urkomische Anekdoten über Einmachgläser, virale Waschmittelwerbungen und unfähige Verkäufer im Gartenbedarf halfen den Zuhörern, wieder mit mehr Motivation der Gartensaison entgegenzublicken.

(yl)
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