Kryptakonzert in Baesweiler St.-Petrus-Kirche 2018

Kryptakonzert : Von barocker Pracht bis zu lateinamerikanischer Folklore

Künstler, die einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen, lädt man gerne wieder ein. So war auch das Internationale ADE-Trio nicht zum ersten Male zu Gast in der Baesweiler St.- Petrus-Kirche und konnte zuletzt im Rahmen der Krypta-Konzerte einmal mehr seine besondere Qualität unter Beweis stellen.

Seine instrumentale Besetzung ist ungewöhnlich, doch besteht das Ensemble mit Heinz Kraschl (Viola), Juan Rodriguez Romero (Cembalo) und Wolfgang G. Haas (verschiedene Trompeten) aus hochkarätigen Spezialisten, die zahlreiche Werke der klassischen und modernen Musikliteratur in professioneller Weise für diese Kombination eingerichtet haben.

Eine festliches „Trumpet call“ aus der Feder von Wolfgang Haas bildete den Auftakt, dann folgte die Arie „ Let the bright Seraphim“ aus dem Oratorium „Samson“ von Händel, wobei die Piccolo-Trompete höchst wirkungsvoll zum Einsatz kam. Bereits hier zeigten sich die drei Künstler als perfekt eingespielter und ebenso homogener wie flexibler Klangkörper. Dies bestätigte sich auch bei der Triosonate von Pergolesi, die südländischen Schmelz mit barockem Glanz verband und der „Sonata“ des zu Unrecht wenig bekannten Komponisten Johannes Prentzel.

Das einzige „Originalwerk“ des Abends war die Suite in g-moll op. 131 d für Bratsche allein von Max Reger. Obwohl eigentlich nur als „Entspannungsübung“ während eines Kuraufenthaltes entstanden, weist dieses Stück doch einen überraschenden Tiefgang aus. Heinz Kraschl gelang eine überzeugende Wiedergabe, die so recht deutlich machte, weshalb Reger von Paul Hindemith als „der letzte Riese in der Musikgeschichte“ bezeichnet wurde.

Die Aria aus den „Bachianas Brasileiras“ von Heitor Villa-Lobos machte kein Hehl aus ihrer lateinamerikanischen Herkunft, ebenso konnte die „Pavane“ op. 50 von Gabriel Fauré ihren typisch französischen Charakter verleugnen. Einen klangprächtigen Schlusspunkt bildete das dreisätzige Konzert für Corno da caccia (ein Lieblingsinstrument von Johann Sebastian Bach!), Viola und Orgel von Georg Philipp Telemann. Die Rolle der Orgel übernahm Juan Rodriguez Romero auf dem Cembalo und meisterte den anspruchsvollen Part auf souveräne Weise.

Am Ende gab es herzlichen Applaus für diese großartigen Darbietungen – und als besonderes „Bonbon“ demonstrierte Wolfgang Haas bei der Zugabe, dass man auch auf einem Alphorn eine Sonate von Telemann spielen kann.

(gd)
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