Baesweiler: Krypta-Konzert: Viel Beifall für eine starke Leistung

Baesweiler : Krypta-Konzert: Viel Beifall für eine starke Leistung

Sie sind nicht nur ein beliebter Treffpunkt für die Freunde klassischer Musik, sondern mittlerweile auch Talentschmiede. Die einst von Kantor Josef Paffen ins Leben gerufenen Krypta-Konzerte in der Baesweiler St. Petrus-Kirche stoßen nach wie vor auf große Resonanz.

Zuletzt debütierte dort die Sopranistin Anke Reinecke, die aus dem westfälischen Dortmund stammt und seit langem den Sologesang als (sehr ernsthaftes) Hobby betreibt. Sie ist Schülerin von Malgorzoata Grylewska an der Musikschule Baesweiler und gestaltete erstmals ein eigenes Solokonzert.

Gemeinsam mit dem Settericher Organisten Johannes Gottwald hatte sie ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Den Auftakt bildete die Mozart-Motette „Quaere superna“, deren Text die Menschen zu einem gottgefälligen Leben ermahnt, dass in der Ewigkeit belohnt werde.

Danach konnte man den bekannten Bach-Choral „Jesus bleibet meine Freude“ einmal mit Sopransolo statt in der üblichen Version für gemischten Chor hören. Beim nachfolgenden „Panis angelicus“ von César Franck kostete Anke Reinecke dann die Schönheiten dieses hochromantischen Stückes voll aus. Eine besonders eindrucksvolle Leistung war die schwierige Arie „Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten“ aus der Johannespassion von Bach, während die zwei Reger-Gesänge „Uns ist gebor´n ein Kindelein“ und „Klage vor Gottes Leiden“ von schlichter Volkstümlichkeit geprägt waren.

Die Bach-Arie „Wie freudig ist mein Herz“ aus der Kantate Nr. 199 markierte dann den Wechsel von der Passion zur österlichen Freude. Zwischen die Gesangsvorträge schob Johannes Gottwald auch kleinere Orgelstücke ein, so eine Canzona in d-moll von Dietrich Buxtehude und eine Fuge in G-Dur von Petrus Heydorn, was zur Auflockerung diente. Er hatte aber auch eine eigene Komposition mitgebracht — ein „Regina coeli“ für Orgel und Sopransolo, dass in diesem Konzert seine Erstaufführung erlebte und lebhaften Beifall fand.

Den krönenden Abschluss bildete aber die großangelegte Motette „Exsultate, jubilate“ von Mozart, in der Anke Reinecke noch einmal die ganze Palette ihres glänzenden Könnens ausbreiten konnte. Mit Recht gab es stürmischen Applaus für diese Darbietung, wofür sich Reinecke und Gottwald mit der Arie „ Voi che sapete“ aus „Figaros Hochzeit“ als Zugabe bedankten.

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