Würselen: Kritik an Plänen für Grundschule Mitte

Würselen : Kritik an Plänen für Grundschule Mitte

Dass die Grundschule Stadtmitte (Friedrichstraße) ab dem Schuljahr 2020/2021 schriftweise auf zwei Züge reduziert werden soll, dagegen meldete jetzt die Schulkonferenz in einem Brief an den Bürgermeister in der Sitzung des Bildungsausschusses große Bedenken an.

Darin heißt es: „Die schrittweise Reduzierung der GGS Mitte ab dem Schuljahr 2020/2021 bei gleichzeitiger Erhöhung der KGS Sebastianusschule auf vier Züge lehnen wir ab. Die Reduzierung auf zwei Züge würde die erfolgreiche Integrationsarbeit gefährden. Die wohnortnahe Integration nichtdeutschsprachiger Schüler und sozial schwacher Schüler sowie von Schülern mit Fluchterfahrung und von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf würde nachhaltig gefährdet.“

Und weiter: Die in der Vorlage für eine Reduzierung der GGS Mitte angegebene Raumnot bestehe zwar, könne aber durch sinnvollere Maßnahmen als eine Reduzierung auf zwei Züge begegnet werden. Die knappe Begründung, warum das Realschulgebäude nicht als Grundschulstandort geeignet sein soll, überzeuge nicht. Die Schulkonferenz der GGS Mitte bedauert, dass die Verwaltung die Leitung der GGS Mitte nicht über die geplante Änderung des Schulkonzepts informiert, an Vorgesprächen nicht beteiligt und die Beschlussvorlage der GGS Mitte als betroffene Schule nicht zur Kenntnis gebracht habe.

Dass noch viele Fragen geklärt werden müssten, räumte SPD-Sprecher Andreas Dumke ein. Seine Fraktion werde sich nicht hinter den Beschlussvorschlag stellen. Er ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass Handlungsbedarf bestehe. Wie Dumke ließ auch CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz die Einwände der Schule in seine Überlegungen einfließen. Zum Standort am Wisselsbach bemerkte er, dass das Gebäude für die Grundschule geeignet sein soll, das für die Gesamtschule nicht geeignet erschien. Schmitz befürchtete, dass die Kosten davon laufen könnten, wenn sich der Rat für den Umbau des Realschulgebäudes ausspreche.

Schmitz zitierte die Verwaltung aus der Vorlage: „Die vom Rat der Stadt geforderte Überprüfung des Realschulgebäudes als Grundschulstandort wurde von den beauftragten Architekten durch eine intensive Inaugenscheinnahme vorgenommen. Dieser Prüfung zur Folge, bei der auch Elemente des Gutachtens der Firma Ernst und Young Berücksichtigung fanden, lassen die erheblichen Sanierungskosten nicht zu.“

Eine konkrete Entwurfsplanung und eine Machbarkeitsstudie seien mit den Ressourcen der Verwaltung nicht leistbar und müssten extern vergeben werden, was erhebliche Kosten verursachen werde. Zudem bestehe Zeitdruck, da bereits zum Schuljahr 2019/2020 die baulichen Voraussetzungen für die Unterbringung von 16 Eingangsklassen geschaffen sein müssten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende drängte darauf, nach anderen Lösungsmöglichkeiten des Problems Ausschau zu halten. FDP-Chef Hans Carduck regte eine Prüfung an, ob eine Dreizügigkeit auf längere Sicht an der Friedrichstraße gewährleistet könne. Immerhin handele es sich um einen traditionsreiche Schule.

An einer möglichen „neuen“ Grundschule am Wisselsbach hielt Dumke fest. Er forderte eine genaue Analyse des neueren Gebäudeteils der Realschule mit dem Ziel, in diesem eine Grundschule zu errichten. Außerdem solle die Verwaltung einen aktuellen Schulentwicklungsplan vorlegen, der auch die Kindertagesstätten-Belegung nach Stadtteilen berücksichtige. Die Ergebnisse sollen bis zu den Haushaltsberatungen für das Jahr 2018 vorliegen.

Nach wirrer und kontroverser Diskussion, die Schüler, Eltern und Lehrer auf der Empore auf die Folter spannte, wurde schließlich ein dahingehender Beschluss gefasst (siehe Info). Nun ist die Verwaltung gefordert, neben der Analyse Wisselsbach mögliche andere Lösungsvorschläge zu unterbreiten, wobei die Stadt finanziell nicht so tief in die Tasche zu greifen braucht.

(ehg)