Herzogenrath: Krampfadern und Schlaganfall sind Themen bei Infoveranstaltungen

Herzogenrath : Krampfadern und Schlaganfall sind Themen bei Infoveranstaltungen

Krampfadern und Schlaganfall — zu diesen medizinischen Fachthemen und ihren besonderen Behandlungsmethoden informierten Fachärzte des Aachener Luisenhospitals im Saal von Burg Rode. Am Vortag hatte die gleiche Veranstaltung bereits im Alten Rathaus in Würselen stattgefunden.

Dr. Alf Lengersdorf als Experte für Krampfadern-Behandlung schilderte insbesondere die beiden Methoden der gängigen Babcock-Operation, bei der nach Einführung einer langen Sonde die Stammvene herausgerissen wird, sowie die thermische Verödung.

Bei letzterer führt der Arzt ebenfalls eine Sonde in die Vene ein, und in der Folge wird die Vene durch Hitze verödet. Lengersdorf befand beide Methoden als gleich sicher in Bezug auf das Rezidiv-Risiko, also das Wiederauftreten von Krampfadern im betroffenen Bereich. Auf Rückfrage einer Zuhörerin bekräftigte er: „Am oberflächlichen Venensystem kann man das, was krank ist, immer entfernen.“ Vermieden werden sollen chronische Hautveränderungen, die chronisch venöse Insuffizienz und im schlimmsten Fall das „offene Bein“.

Das Luisenhospital ist ein Venen-Kompetenzzentrum. Dort werden 300 bis 400 Patienten pro Jahr an Krampfadern operiert. Als Vorbeugung gegen Krampfadern nannte Lengersdorf neben ausreichender Bewegung im Bedarfsfall das Tragen von Kompressionsstrümpfen, etwa im Bürojob. „Wenn wir längere Operationen haben, tragen wir auch diese Strümpfe“, meinte Lengersdorf und ermahnte seine Zuhörer mit einem Zwinkern: „Im Schrank nützen die Strümpfe nichts.“

Dr. Ulrich Radtke, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Luisenhospital, referierte über den Schlaganfall. Er berichtete, dass sein Haus rund 150 Halsschlagaderoperationen jährlich zähle. Bei typischen Vorboten eines Schlaganfalls wie Lähmungen oder Sprachstörungen sei die Konsultation eines Arztes angeraten, eine Ultraschalluntersuchung könne schnell Gewissheit über den Grad der Gefahr bringen.

Im Akutfall sei der Zeitfaktor extrem wichtig: Innerhalb von drei Stunden nach einem Schlaganfall könne der Arzt noch sinnvoll dazu beitragen, schlimme Folgen zu vermeiden. Die vorbeugenden Halsschlagaderoperationen basierten auf einer etablieren Technik, es werde ausschließlich körpereigenes Material verwendet, so dass viele Risiken wie Abstoßungsreaktionen auszuschließen seien. Der Patient sei am Tag nach der Operation fit.

Alternativ könne einem erhöhten Schlaganfallrisiko mit einem minimal invasiven Stent begegnet werden, jedoch seien bei diesem Eingriff kleine Embolien möglich, so dass Radtke in puncto Sicherheit ganz klar zur Halsschlagader-OP tendierte. Er zeigte Bilder behandelter Patienten, denen durch den entsprechenden Eingriff mit großer Wahrscheinlichkeit einige Jahre an Lebenszeit geschenkt worden seien.

(ust)
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