Würselen: Konzert in St. Sebastian: Momente von großer Wucht und Klarheit

Würselen : Konzert in St. Sebastian: Momente von großer Wucht und Klarheit

Jede Menge Feinkost für Gehör und Verstand gab es beim jüngsten Konzert auf der Eule-Orgel des „Würselener Doms“ St. Sebastian am Markt zu hören. Professor Stefan Palm, der aus Jülich stammt und nun als Rektor an der Hochschule für Kirchenmusik des Bistums Rottenburg-Stuttgart wirkt, spielte eine Reihe wohlklingender Werke zwischen Barock und Klassischer Moderne.

Ganz groß im Gestus wirkten zu Beginn die Variationen des Franzosen Nicholas de Grigny (1672-1703) über den Heilig-Geist-Hymnus „Veni Creator Spiritus“ — eine Wahl, die wohl dem Pfingstfest geschuldet war.

Vom vollen Spiel bis in das einzelne, zart tönende Register hinein bot sie dem Solisten ausreichend Gelegenheit, aufzuzeigen, dass sich auch Musik aus der Zeit von Bach und anderen großen Meistern gut bis vorzüglich auf dem modernen Instrument spielen lässt.

Apropos Bach: Dessen Praeludium und Fuge in a-Moll gab Palm die Möglichkeit, mit Momenten von großer Wucht und Passagen von intimer Klarheit (dies vor allem im zweiten Teil) noch einmal die große Bandbreite der großartigen Eule-Orgel demonstrieren zu können.

Reise durch die Zeit

Und weiter ging die Reise durch die Zeit — diesmal mit der f-Moll-Fantasie von Mozart, der mit „Präludium und Fuge über den Namen Alain“ von Maurice Duruflé (1902-1986) ein Werk auf der Bruchkante zwischen Tradition und Moderne präsentierte, bevor mit dem ersten Satz auf der Symphonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor (1844-1937) ein Stück Romantik der schwelgerischen Sorte folgte.

Da war es nur verständlich, dass die Musikfreunde in dem sehr gut gefüllten Gotteshaus dem Gast nach Abschluss des Konzertes begeistert applaudierten — und ihn mit ihrem Beifall geradezu feierten.

(ch)
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