Würselen: Konzept für neues Sportzentrum steht

Würselen : Konzept für neues Sportzentrum steht

Es gibt Sportplätze, die aufgrund der intensiven Nutzung wie ein Acker aussehen. Und es gibt Ackerflächen, die zu Sportanlagen umgewandelt werden, wie es nun am Freizeitbad Aquana in Würselen geschehen soll. Dort an der Kauseneichsgasse ist das neue Sportzentrum Würselen geplant, das für die beiden Fußballvereine VfR Würselen und Rhenania Würselen sowie die Leichtathleten der DJK Armada Würselen zur neuen Heimstätte werden soll.

Planer Dr.-Ing. Markus Fischer stellte den Stand der Überlegungen im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss vor. Dem war eine intensive Diskussion mit Sportvereinen vorausgegangen, wie denn nun die geplanten Komponenten des Sportzentrums auf dem zur Verfügung stehenden Areal am besten zu verteilen seien, um den Bedürfnissen und den Anforderungen gerecht zu werden. Auf Basis des Ende Dezember erzielten Einvernehmens liegt nun eine Variante vor, die weiterverfolgt werden soll.

Von großer Mehrheit befürwortet

Dr. Renate Knauf (Grüne) sieht in dem Vorhaben ein „neues Millionengrab, das wir nicht brauchen und das die Bürger irgendwann durch Steuererhöhungen bezahlen müssen“. Theo Scherberich (UWG) hält den Entwurf zwar für „eine tolle Anlage“, aber das Ganze komme zur Unzeit und sei nicht zu finanzieren.

Dagegen sprach sich Hans Carduck (FDP) für das Großprojekt aus. Das sahen die Vertreter der SPD und CDU genauso. Bei zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, das Verfahren voranzutreiben. Sobald noch fehlende Gutachten vorliegen, sollen eine Bürgerinformationsversammlung organisiert und Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.

Wie alle anderen städtischen Sportanlagen würde auch diese Anlage Schulen zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls soll die Laufbahn in beschränktem Maße Freizeitsportlern zugänglich gemacht werden.

Leichtathleten und Fußballer

Neben den Hauptnutzern der Sportanlage sollen weitere Vereine feste Trainingszeiten erhalten. Die 400 Meter lange Rundlaufbahn (mit vier Bahnen und sechs 110-m-Sprintbahnen) und Teile der Sportnebenanlagen erhalten einen Kunststoffbelag.

Im nördlichen Bereich werden der Anlauf für Weit- und Dreisprung sowie ein Einstichkasten und die Markierung für den Stabhochsprung angesiedelt. Optional kann dort noch ein Wassergrabenhindernis angelegt werden. Das südliche Segment erhält einen Wurfring für Hammer- und Diskuswurf mit „Sicherheitskäfig“, einen Kugelstoßring sowie die Aufstellfläche für Hochsprung.

Die Wurfringe werden in behindertengerechter Bauweise mit den notwendigen Ösen zur Verankerung der Wurfstühle errichtet. Beide Bereiche erhalten eine Anlauf-Markierung für den Speerwurf. Das innenliegende Fußballfeld erhält einen Sportrasen (100 x 64 Meter). Zwischen Kunststofflaufbahn und Sportrasenfläche wird an den Längsseiten ein etwa zwei Meter breiter Pflasterstreifen für die Unterbringung von Jugendtoren und Ersatzspielerhäuschen vorgesehen.

Innerhalb der neuen Sportanlage sollen zwei Kunststoffrasenspielfelder mit den Maßen 100 mal 64 m und 55 mal 35 m angelegt werden. Die Kunststoffrasenplätze erhalten eine umlaufende Pflasterbefestigung. Dort können sich Zuschauer aufhalten.

110 Stellplätze vorgesehen

Zudem wird an Fußballfeld und Rundlaufbahn auf der westlichen Längsseite eine rund 50 Meter lange Tribüne errichtet. Höhenunterschiede der Gesamtfläche werden ausgeglichen, indem, so Planer Fischer, einerseits Anlagen in den Boden „eingefräst“, andererseits Boden aufgeschüttet werden. „Durch eine behutsame Terrassierung erhält das Sportzentrum einen gewissen gestalterischen Reiz.“ Für den Sportplatz sind insgesamt 110 Stellplätze vorgesehen. Die Zufahrt zur Sportanlage erfolgt über die Kauseneichsgasse.

Weiterhin erhält die Sportanlage eine Flutlichtanlage mit Planflächenscheinwerfern zu je 2000 Watt. „Die Flutlichtanlage wird nach den modernsten Standards errichtet. Jede Platzhälfte soll separat geschaltet werden. Eine gesonderte Schaltung für das Kleinspielfeld wird ebenfalls berücksichtigt. Dadurch werden eine optimale Beleuchtung der Sportanlage und eine geringe Lichtbelastung für die Umgebung erreicht“, heißt es in der Beschreibung.

Zuguterletzt wird das Areal des Sportzentrums mit einem grundsätzlich rund zwei Meter hohen Stabgitterzaun umgeben, der teilweise in die Ballfangzäune integriert wird. Am südlichen Rand nahe der vielbefahrenen Kreisstraße 30 (Willy-Brandt-Ring) wird der Zaun sechs Meter hoch sein. Ob dort auch noch ein spezieller Lärmschutz (zum Beispiel eine Wand) aufgestellt werden muss, ist noch durch ein Gutachten zu klären. In einem späteren, gesonderten Verfahren, so Fischer, wird der Bau des notwendigen, zentralen Funktionsgebäudes (sechs Umkleiden, Kommunikationsraum, Büro- und Besprechungsräume) sowie eines Kiosks vorbereitet.

Die Kosten für den Bau des neuen Sportzentrums an der Kauseneichsgasse werden von der Stadt Würselen mit rund 6,1 Millionen Euro veranschlagt.

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