Nordkreis: Kommentiert: Nur ein Etappenziel

Nordkreis : Kommentiert: Nur ein Etappenziel

Ja, da herrschte allgemeine Freude im Ratssaal: Herzogenrath wird keinen von oben auferlegten Sparauflagen mehr unterliegen. Bis auf weiteres zumindest.

Denn wenn in den Haushaltsreden der Fraktionen auch wahlweise von „Wendepunkt“, „Souveränität“, „freieren Entscheidungen“, „eigenständigem Handeln“ oder „schalten und walten ohne Gängelband“ die Rede war, so ist der positive Jahresabschluss 2016, aufgrund dessen die Rodastadt aus der Haushaltssicherungspflicht herausrutscht, allenfalls ein Etappenziel.

Denn 2018 klafft noch eine ansehnliche Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben. Und noch bedarf es deswegen einer Genehmigung des Etats durch die Kommunalaufsicht. Einen „stringenten Konsolidierungskurs“ hat Kämmerer Hubert Philippengracht angemahnt.

Um nicht wieder reinzurutschen in die Konsolidierungspflicht. Dass dies in den Fraktionen durchaus angekommen ist, wurde am Dienstagabend beruhigenderweise auch deutlich: Fast jeder der sieben Haushaltsredner hob mahnend den Zeigefinder, im Sinne von „äußerster Haushaltsdisziplin“ und — endlich wieder — eines „strukturell ausgeglichenen Haushalts“.

Froh stimmt den SPD-Fraktionschef Gerhard Neitzke dabei, dass die „überwiegende Mehrheit“ der Bürger den eingeschlagenen Weg der Haushaltskonsolidierung unterstütze. Bleibt zu hoffen, dass die Politik vom in Zeiten der Not eingeschlagenen Weg jetzt nicht abkommt. Deutlicher als CDU-Fraktionschef Dieter Gronowski kann man es nicht vorrechnen: „Wenn man aus einer Kasse mit 100 Euro 300 herausnimmt, muss man erst wieder 200 Euro reinlegen, damit nichts mehr drin ist!“ Leider wahr.