Kommentiert: Das Unfassbare

Kommentiert: Das Unfassbare

Solche Nachrichten möchte man gar nicht lesen und am liebsten nicht zur Kenntnis nehmen. Doch das Leben ist anders und serviert uns den Tod eines beliebten Menschen ohne Vorwarnung. Ferdi Bruckes ist tot?

Man wollte das nicht glauben, und doch war es eine tief traurige Tatsache. Nicht nur in Baesweiler trauern nun viele Menschen, die diesen Pfarrer geschätzt und gemocht haben. Das Unfassbare ist am Mittwoch Realität geworden. Der Baesweiler Pastor stand mit seiner geselligen Art mitten im Leben.

Er hatte eine eigene Meinung, besaß Rückgrat, schätzte die Menschen und bekundete seinen Respekt vor Andersgläubigen und Andersdenkenden. Er hörte zu. Auf den ausufernden Marktplätzen der Oberflächlichkeit überzeugte er durch priesterliches und persönliches Kapital. Er nahm dabei die vermeintlich Kleinen ernst und die vermeintlich Großen kritisch unter die Lupe. Ein großer Priester und ein großer Mensch: Ja, genau das war er. Ungerechtigkeit konnte ihn auf die Barrikaden treiben.

Für Benachteiligte hatte er in jeder Beziehung ein Herz. Er dozierte nicht. Er schläferte nicht mit großen Worten ein, sondern er regte sich schon einmal auf und ärgerte sich. Nie über Gott, oft über die Welt, zu der eben auch Kirche gehört. Ferdi Bruckes hinterlässt in Baesweiler eine große Lücke — weit über die Pfarrgemeinde St. Marien hinaus.

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