Herzogenrath: Kohlscheider Zentrum: Markttangente bringt Verkehrsentlastung

Herzogenrath : Kohlscheider Zentrum: Markttangente bringt Verkehrsentlastung

In Sachen Verkehrskonzept für das Kohlscheider Zentrum wird es konkreter: Am Dienstag, 30. Januar, stellt die Verwaltung Politik und Öffentlichkeit das geplante Konzept vor. Sollte die Politik grünes Licht geben, könnte noch in diesem Jahr mit der Umstrukturierung begonnen werden.

Schon seit längerem befasst sich die Verwaltung gemeinsam mit der Politik mit der Entwicklung eines Verkehrskonzeptes für das Kohlscheider Zentrum. Verkehrserhebungen im Bereich Markt sowie in umliegenden Straßen wie zum Beispiel Puetgasse, Zum Wurmtal und Am Langenberg bildeten die Grundlage für die Erstellung eines verfeinerten Verkehrssimulationsmodells. Nach Auswertung der Ergebnisse hat die Verwaltung unterschiedliche Verkehrserschließungskonzepte mit einer Markttangente entwickelt. Bereits im November wurden diese Ergebnisse den Fraktionen des Stadtrates vorgestellt und erörtert.

Ende 2018 soll Umbau starten

„Wenn sich in der heutigen Sitzung alle einig sind, können wir mit den konkreten Planungen beginnen“, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt Herzogenrath, Ragnar Migenda. In Stein gemeißelt ist das Konzept allerdings noch nicht. Und ob die Politik besagtes Konzept wirklich ohne Bedenken abnickt, ist fraglich. Die bisher geschätzten Gesamtausgaben für das Konzept belaufen sich auf 3,7 Millionen Euro.

Mit Eigentümern der Grundstücke rund um das Kohlscheider Zentrum, die nicht im Besitz der Stadt sind, werden gerade finale Gespräche geführt, heißt es. Die Stadt will, laut Migenda, unbedingt an dem vor Monaten ins Auge gefassten Zeitplan festhalten: Ende 2018 sollen die ersten Bagger anrollen. Vorher gibt es aber noch einiges zu klären: Nach der Ausschusssitzung am Dienstag werden Anwohner bei einer Bürgerversammlung, Migenda hofft, dass diese schon im Februar über die Bühne geht, über die Baumaßnahmen im Detail informiert.

Dabei soll es vor allem um die Bedenken der Anwohner gehen. Diese könnten im Bebauungsplan noch Platz finden. Natürlich müsse man nach der Versammlung erst einmal prüfen, was sich realisieren lässt und was nicht. „Unser Konzept ist gut. Wir haben eine gute Basis für Diskussionen geschaffen“, betont Migenda.

Das Zielkonzept der Verwaltung gestaltet sich so: Als wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Verkehrsnetzes wird die Markttangente gebaut. Die verbindet die Oststraße in Höhe der Einmündung Am Langenberg mit der Kaiserstraße in Höhe der Einmündung Südstraße. Sie führt dabei, so geplant, in südliche Richtung über das Gelände eines ehemaligen Supermarkts weiter über den Sportplatz Am Langenberg, um dann in südwestliche Richtung, entlang der rückwärtigen Bebauung an der Straße Am Wacholder, an die Kaiserstraße/Südstraße anzubinden. Die Länge der neuen Strecke soll etwa 450 Meter betragen. Am Knotenpunkt Oststraße/Markt/Am Langenberg soll ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von etwa 28 Metern installiert werden.

In Sachen Sportplatz hat sich die Verwaltung bereits auf die Suche nach einem alternativen Standort gemacht, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.

Durchfahrtverbot

Etwa in der Mitte der Markttangente wird zudem ein weiterer Kreisverkehr, ebenfalls mit einem Durchmesser von etwa 28 Metern, angelegt. Eine verkehrstechnisch günstige Anbindung des Wohnquartiers Forstheide über diesen Kreisel könnte am Knotenpunkt Südstraße eine deutliche Verkehrsentlastung mit sich bringen — erreicht werden könnte das mit einem Durchfahrverbot der Straße Am Wachholder. Aufgrund der Entlastungswirkung, so heißt es von Seiten der Verwaltung, sind die neue Anbindung und der Kreisel, nach Abstimmung mit dem Fördergeber, in dem Fall der Bezirksregierung Köln, zuwendungsfähig.

Als positiver Effekt werden durch die Anbindung an der Straße am Wacholder für die Anwohner doppelte Immissionsbelastungen vermieden. Des weiteren ist für die Puetgasse ein Durchfahrtverbot geplant. Dadurch könnten Schleichverkehre aus Richtung Bardenberg vermieden werden. Die Einbahnrichtung der Südstraße bleibt, wird aber für den Fahrradverkehr in beide Richtungen freigegeben. Auch die Situation der Fußgänger wird in dem Konzept berücksichtigt. Ob das Zielkonzept der Verwaltung alle Bereiche abdeckt, darüber wird dann heute Abend im Ausschuss diskutiert.

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