Herzogenrath: „Kohlscheider Kunstroute“: Wenn ein Heim zum Kunstparadies wird

Herzogenrath: „Kohlscheider Kunstroute“: Wenn ein Heim zum Kunstparadies wird

Menschen kennenzulernen, die mit und sogar in ihrer Kunst leben, ist ein inspirierendes Erlebnis. Eine wunderbare Gelegenheit zu diesem Kulturgenuss der besonderen Art bietet die „Kohlscheider Kunstroute“. Kreative Köpfe öffnen dabei ihre Ateliers und Galerien, geben Einblick in ihre Schaffensfreude. Dazu zählt auch das Künstler-Ehepaar Ahlert.

Ihr Privathaus an der Bergstraße ist ein Paradies für künstlerisch Interessierte: Mehr als 50 Besucher ließen sich bei kleinen Führungen durch die Räumlichkeiten erklären, welche Ideen hinter der Architektur, den Gemälden und Skulpturen stecken. Hans-Dieter Ahlert hatte beruflich als Bauingenieur mit der Wasserwirtschaft zu tun. Seine Passion aber ist das Malen. „Als ich noch berufstätig war, habe ich beim Malen Entspannung gefunden, in den letzten Berufsjahren wurde dieses Hobby immer intensiver.“

Heute kann man längst nicht mehr von Freizeitvertreib sprechen, denn Ahlerts zunächst naturalistische, heute eher abstrakte Werke finden in Fachkreisen höchste Anerkennung. „Ausstellungen in Spanien und bei der Kunstmesse in Miami waren Höhepunkte“, schwärmt er. Marie-Gabriele Ahlert hat sich auf Skulpturen aus Ton konzentriert. Seit 1980 widmet sie sich dieser schöpferischen Tätigkeit. Ihre Keramikarbeiten sind überall im Haus in Szene gesetzt und harmonieren mit den großformatigen Arbeiten ihres Mannes. Figurengruppen — zum Beispiel die „Gruppe E“ mit Elefantenbeinen in allen möglichen Höhen — sowie bewegliche Kunstobjekte sind eine Vorliebe. „Das Tolle ist, dass wir uns gegenseitig beraten und unterstützen können, Verständnis für die Leidenschaft des anderen haben“, sagen die beiden 73-Jährigen.

Das Fotografieren haben sie neu für sich entdeckt. Marie-Gabriele Ahlerts Detailaufnahmen einer Tulpe sehen aus wie Aquarellmalerei. „Momentan sammeln wir Lichtreflektionen auf Wasseroberflächen“, sagt Hans-Dieter Ahlert. In Fotobüchern werden die Ergebnisse festgehalten, zum Beispiel die beeindruckenden Spuren im Sand an einem schönen Sommertag an der Nordsee. Wie gemalt erscheint die Magie des Lichts, des Windes und der Wellen dem Betrachter. Auch die Vorliebe für ihren Garten und das Reisen, sowie moderne Architektur und Museen teilen beide. Marie-Gabriele Ahlert sprudelt nur so vor Ideen, poliert momentan zum Beispiel den Ton in feuchtem Zustand mit Kieselstein, was einen interessanten Effekt erzielt.

Die Vielfalt kennt keine Grenzen — und so verging die Zeit bei einer Schnuppertour durch das Reich der beiden Künstler wie im Flug.

(nina)