Erlebnismuseum: Königs Weg fürs Energeticon in Alsdorf

Erlebnismuseum : Königs Weg fürs Energeticon in Alsdorf

„Das Energetcion ist eine tolle Einrichtung, die es weiter zu entwickeln gilt“, sagt Thomas König, der neue Geschäftsführer dieser Alsdorfer Dokumentationsstätte für Energieformen, die zugleich außerschulischer Lernort ist und sich als Tagungsstätte immer mehr etabliert.

Kaum hat er den Staffelstab von Harald Richter, dessen Arbeit er ausdrücklich lobt, übernommen, stehen eine Reihe weiterer Projekte — teils noch vom Vorgänger angeschoben — auf der Agenda. Dabei will König die Kontakte aus seiner Zeit als Stabsstellenleiter für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Europa bei der Städteregion konsequent nutzen und ausbauen, wie er sagt. Zwei Mitarbeiter aus Königs „alter“ Stabsstelle in Aachen sind mit ihm ins Energeticon gewechselt, um touristische Angebote gemeinsam mit den anderen Nordkreiskommunen voranzutreiben. Zudem sind die Wege zur Wirtschaftsförderung bei der Städteregion kurz. Man kennt sich, was das Ausfindigmachen und Anzapfen von Fördermitteln erheblich erleichtert, wie König hervorhebt.

Ein Manko des Energeticons soll ausgeräumt werden: Das Außengelände wirkt wenig einladend. Was Fans der Steinkohle-Ära und der Montanindustrie vielleicht noch als flickenteppichartige Splitt- und Schotterreminiszenz an alte Zeiten empfinden, ist für andere Zielgruppen befremdlich. Zudem bleibt wertvoller Raum ungenutzt und sollte besser zur Erhöhung der Attraktivität des Energeticons genutzt werden, wie der „Neue“ sagt. Eigentlich sollte das Außengelände bereits zum Start vor vier Jahren hergerichtet sein, aber das dafür vorgesehene Geld wurde anderweitig eingesetzt: Die umzubauende alte Kaue musste unvorhergesehener Weise umfänglich statisch gesichert werden.

Ein erster Schritt wird nun mit der Gestaltung des Vorplatzes getan. Hier soll ein Haltepunkt für Radtouristen angelegt werden, der mehr als eine bloße Raststätte mit der Möglichkeit zum „Nachtanken“ von Strom für Elektrofahrräder sein soll. 150.000 Euro sind hierfür vorgesehen, nicht viel, aber ein Anfang. Experten eines österreichischen Fachbüros stellen nun Überlegungen für ein Konzept an. Sie sind laut König angesichts der Optionen, die das Umfeld bereits zu bieten hat, positiv überrascht: Tierpark, Weiher, Wurm- und Broichbachtal, diverse Sportmöglichkeiten, Energeticon und mehr. Nun wird an der Inszenierung gearbeitet. Auch die Haldenlandschaft ist von touristischem Interesse. „Es wird wohl nicht so sehr um Leute gehen, die hier ihre Ferien verbringen, aber Kurzurlauber wie Tagestouristen dürfte das ansprechen“, so König.

Was noch schmerzlich fehlt, ist ein Spielbereich, betont der Geschäftsführer. „Wir brauchen unbedingt mehr Attraktionen für Kinder, etwa einen Platz, auf dem mit Material gearbeitet werden kann“ — zum Beispiel Sand und Steinen. „Perspektivisch möchte ich einen Teil des Geländes für Besucher zu einem geringen Betrag von etwa einem Euro öffnen, die nicht die Ausstellung besuchen wollen. Das kann man mit einem geänderten Türsystem hinkriegen.“ Auf diese Weise würde das Areal für Familien interessanter und auch die Gastronomie profitieren. Wichtiges Thema ist für ihn Barrierefreiheit. Daran müsse gearbeitet werden. Und es folgen im Gespräch mit unserer Zeitung noch viele Stichworte, zum Beispiel Aufwertung der Reihe Mai-Klassik durch Differenzierung in VIP-Events und Konzerte mit Picknick-Charakter und immer wieder Veranstaltungen mit Partnern aus der Tourismusbranche, Festivals in der besseren Jahreszeit auf einer „temporären Bühne“ im Freien und anderes mehr.

Jetzt wird eine Delegation aus dem polnischen Landkreis Jelenia Góra (Niederschlesien), seit 1990 Partnerkreis der Städteregion Aachen und zuvor des Kreises Aachen, bei einem mehrtägigen Besuch auch Station im Energeticon machen. Nach intensiven Arbeitstreffen in Kleingruppen wollen Vertreter beider Partner vorstellen in Sachen Wirtschaft, Umwelt, Bildung, Schule, Tourismus, Kultur, Soziales und Jugend. Da dürfte eine Kooperation der Polen mit dem Energeticon eine Rolle spielen, um aus den Erfahrungen bei der Nutzung industriehistorischer Bauten in Alsdorf zu lernen.

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