Baesweiler: „Kloshaus“: Mit sozialem Wohnungsbau positive Zeichen setzen

Baesweiler : „Kloshaus“: Mit sozialem Wohnungsbau positive Zeichen setzen

Keine Frage: Baesweiler boomt. Das Baugebiet „Kloshaus“ ist mit 20 Hektar das größte in der Stadtgeschichte. Im Eiltempo wurde das neue Stadtviertel geplant, erschlossen und jetzt legen die Teams vom Bau los — und wie. Aber nicht jeder kann sich das eigene Traumhaus oder die Traumwohnung leisten. Für viele wird es immer problematischer, bezahlbare Mietwohnungen zu finden.

Sozialer Wohnungsbau ist nötiger denn je. Hier sieht sich auch die Baugenossenschaft Baesweiler eG in der Pflicht und realisiert am Merberener Weg ein Mehrfamilienhaus mit neun entsprechend geförderten Wohnungen.

Die Wohnungen sollen mit einem Mietpreis von fünf bis sechs Euro Menschen mit unterem und mittlerem Einkommen zur Verfügung stehen. In jedem Fall ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Dr. Willi Linkens in Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft und die beiden Vorstände, Dr. Axel Thomas und Peter Strauch, das Projekt vor.

Die Eckdaten: Insgesamt entsteht eine Wohnfläche von 571 Quadratmetern mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen: zwei mit 50 Quadratmetern für Alleinstehende, fünf mit 62 Quadratmetern für Zwei-Personenhaushalte, eine mit 77 Quadratmetern für drei Personen und eine mit 88 Quadratmetern für vier Personen. Investiert wird in das Projekt — inklusive Grundstück — rund 1,5 Millionen Euro, etwa zur Hälfte finanziert durch die Förderung der Städteregion in Kooperation mit der NRW-Bank.

Für diese Unterstützung ist die Baugenossenschaft laut Linkens „sehr dankbar“. Ursula Bauer, als Arbeitsgruppenleiterin bei der Städteregion zuständig für die Wohnraumförderung, durfte sich zudem über den Dank der Vertreter der Baugenossenschaft für die „sehr gute Zusammenarbeit“ freuen. Linkens zeigte sich optimistisch, dass private Investoren in den sozialen Wohnungsbau dem guten Beispiel der Baugenossenschaft in Baesweiler folgen werden: „Die Stadt unterstützt das gerne mit einer zügigen Baugenehmigung.“

Doch nicht nur mit den Mietpreisen soll das Projekt punkten. So betonte Dr. Thomas, dass die Genossenschaft die Barrierefreiheit im Blick habe — ein Aufzug ist vorgesehen — und bei den Energiestandards modernste Maßstäbe angelegt würden.

Mit dem Bau wurde im April begonnen, bezugsfertig sollen die Wohnungen im März 2019 sein. Trotz einer Panne beim Start ist der Bau im Zeitplan. Starkregen hatte die sogenannte Sauberkeitsplatte, auf dem das Haus gebaut werden sollte, komplett demoliert. Sie musste neu angelegt werden. Da jetzt aber alles im Lot ist, durften am Mittwoch rechtzeitig vor dem Anpfiff des WM-Spiels Schaufel und Kelle zur Seite gelegt werden. Bauunternehmer Björn Schlun hatte seiner Mannschaft freigegeben. Das ist eben soziales Verhalten — passend zum sozialen Wohnungsbau.