Alsdorf: Klimaschutzpreis 2017: Von Mülltrennung bis Komposthaufen

Alsdorf : Klimaschutzpreis 2017: Von Mülltrennung bis Komposthaufen

Die Natur schützen, Müll vermeiden und ökologisch-produzierte Energie sinnvoll nutzen: Das waren die Hauptanliegen der vier Klimaschutzgruppen, die jetzt im Rathaus Urkunden und Preisgelder in Gesamthöhe von 2500 Euro für ihre besonderen Initiativen im Umwelt- und Klimaschutz entgegennehmen durften.

„Wir sind sehr stolz, dass wir bereits zum vierten Mal gemeinsam mit der ‚innogy‘ den ‚innogy-Klimaschutzpreis‘ verleihen dürfen“, freute sich die Technische Beigeordnete der Stadt Alsdorf Susanne Lo Cicero-Marenberg. „In Alsdorf läuft’s einfach“, lobte Sarah Thießen, Kommunalbeauftragte der „innogy“, das große Engagement der Teilnehmenden.

Unter den Gewinnern waren die Gustav-Heinemann-Gesamtschule, die Marienschule und die Familienzentren Florianstraße und Kellersberg. Letzteres wurde mit dem vierten Platz für das Projekt „Streuobstwiese“ geehrt. Dabei gingen die Kinder regelmäßig gemeinsam mit Erzieherin Kerstin Frommholz zu einer Streuobstwiese, um vieles über die Natur zu erfahren. Sie ernteten Äpfel und machten daraus Kuchen oder Apfelmus. Als Anerkennung für die früherzieherische Heranführung an die Natur gab es altersgerechte Bücher zum Thema Umwelt- und Naturschutz und einen Obstbaum-Setzling, den die Kleinen im nächsten Jahr einpflanzen können.

Den dritten Platz belegten die siebten Klassen der Marienschule, die gleich mit zwei Projekten an den Start gingen. Ihre Themen waren Recycling von alten Smartphones und Müllvermeidung. Die Wiederverwertung von Rohstoffen, beispielsweise Gold, die aus Handys gewonnen werden können, sei wichtig, um der Ausbeutung in Afrika entgegenzuwirken, erklärten die Marien-Schülerinnen, die ihre Projektgruppe vertraten.

In ihrer Schule stehen nun Sammelboxen, in denen jeder abgelegte Smartphones abgeben kann. Das zweite Projekt nahm das Thema „Müll“ unter die Lumpe. Mit Hilfe eines Mülltagebuchs haben die Schülerinnen und Schüler erstaunt festgestellt, wie viel Müll jeder einzelne Tag für Tag produziert.

Plakate zur Mülltrennung

Da ihnen vor allem die richtige Mülltrennung in den Klassenräumen am Herzen liegt, hängen jetzt überall Plakate, die erklären, welcher Abfall in welche Tonne gehört. Für ihr Engagement erhielten die siebten Klassen gemeinsam 500 Euro Preisgeld.

„Projekt zum bewussten und sinnvollen Umgang mit Abfällen“ heißt das Konzept der Kinder des städtischen Familienzentrums Florianstraße. Die vier- bis sechsjährigen Klimaschützer setzten sich mit ihren Erzieherinnen mit den Themen Nachhaltigkeit und Müllvermeidung auseinander.

Sie gingen gemeinsam einkaufen und bemerkten, wieviel unnötiger Plastikmüll beispielsweise bei Obst und Gemüse anfällt. Auch den Eltern wurde bei dem Projekt auf die Finger geklopft. Bei einem Elternabend zeigten die Erzieherinnen mit Hilfe zuvor gesammelter Abfälle aus Trinktütchen oder Artikeln aus dem Kühlregal, welche Menge Müll jedes Kind in der Regel in einer Woche von zu Hause mitbringt.

Die fünfjährigen Repräsentanten des Projekts erklärten stolz, welcher Müll in welche Tonne gehöre und dass ein Einkauf am Obstwagen bei Nutzung von Stoffbeuteln viel umweltschonender sei als der Kauf beim Discounter. Ganz nach dem Motto: „Ohne Verpackung, kindgerecht und regional. Damit unsere Erde gesund bleibt.“ Das Preisgeld in Höhe von 750 Euro möchte das Familienzentrum nutzen, um einen alten Bauwagen, der auf dem Außengelände steht, auszubauen.

Biomeiler fürs Gewächshaus

Den ersten Platz beim „innogy-Klimaschutzpreis“ belegte die Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Mit ihrem Projekt „Biomeiler“ überzeugten sie die Stadt und bekamen dafür die höchste Anerkennung, 1250 Euro. Ihre Idee: mit der Abwärme eines ökologisch-angelegten Komposthaufens ein Gewächshaus beheizen. In ihrem Schulgarten haben die Teilnehmer der Garten-AG und der Technik/MINT-Gruppe herausgefunden, dass der Komposthaufen beim Verrottungsprozess Wärme bis zu 60 Grad Celsius entwickelt.

Mit einem Wasserspeicher und einer Pumpe soll die Wärme vom Kompost ins Gewächshaus gelangen, das Ganze angetrieben durch Wind- oder Sonnenenergie. Der Gewinn des Klimaschutzpreises soll helfen, das Projekt finanziell umzusetzen, da es bisher nur den Komposthaufen im Schulgarten gibt.

„Wir hoffen, dass diese Projekte Ideen für Neues liefern und hoffen im nächsten Jahr auf weitere spannende und innovative Konzepte zum Schutz von Natur und Umwelt“, sagte Lo Cicero-Marenberg abschließend.