Würselen: „Kleine offene Tür“ in Würselen braucht Unterstützung

Würselen : „Kleine offene Tür“ in Würselen braucht Unterstützung

Gutes Personal kostet Geld, und wer als Arbeitgeber nicht angemessene und marktgerechte Mittel bereitstellt, hat das Nachsehen. Das zeigt das Beispiel „Kleine offene Tür“ (KOT) der Pfarre St. Sebastian, Wilhelmstraße 7. Die KOT ist derzeit die einzige Kinder- und Jugendeinrichtung im innerstädtischen Bereich Würselens, hebt die Stadtverwaltung hervor.

Umso wichtiger ist es, dieses Angebot zu erhalten und bedarfsgerecht auszugestalten. Auf Antrag der Pfarre hatte der Jugendhilfeausschuss befürwortet, 20.000 Euro für 2016 und 2017 zusätzlich eine halbe Stelle einzurichten.

Kein Bewerber für halbe Stelle

„Aufgrund des allgemein bestehenden Fachkräftemangels wurde kein geeigneter Bewerber gefunden, so dass die Mittel nicht abgerufen wurden“, konstatiert die Stadtverwaltung. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses waren deutlichere Worte zu hören: Es gibt keinen, der von dem Geld für eine halbe Stelle leben kann. Also sollte sich da keiner wundern, dass sich niemand für die Stellenausschreibung interessiert hat.

Die Finanzierung des Personals dieser Einrichtung der Pfarre, also eine Stelle, wird seit 2007 jährlich unverändert mit einem Zuschuss von rund 30.000 Euro unterstützt. Eine Sozialpädagogin leitet die KOT. Der Betrag setzt sich aus 24.000 Euro für Personal und 6000 Euro für Programm- und Fortbildungsaufwendungen zusammen. Die KOT bietet Jugendlichen ab 13 Jahren die Möglichkeit, sich als Teamer oder Ferienspielbetreuer ausbilden zu lassen und ehrenamtlich mitzuarbeiten.

Nun beantragte die Pfarre, den Personalkostenzuschuss auf 30.000 Euro anzuheben, also im Jahr insgesamt 36.000 von der Stadt zu erhalten. Durch den Rückgang der Katholikenzahlen und die tariflichen Steigerungen sei die KOT nicht mehr auskömmlich zu finanzieren. Sollte der Zuschuss nicht angepasst werden, sei die KOT-Arbeit in der bisherigen Form nicht aufrecht zu erhalten.

Christian Hohmann (BDKJ) verteidigte das Ansinnen der Pfarre, die Tarifsteigerungen auf diese Weise aufzufangen. Ansonsten laufe die Kommune Gefahr, die bislang von der KOT geleistete Arbeit in Eigenregie und zu vollen Kosten leisten zu müssen.

Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) äußerte Bedenken: „Wenn wir die Türe aufmachen, Tarifsteigerungen an die Stadt abzugeben, wollen andere Träger das natürlich auch so haben.“

Sylvia T. Köhne (CDU) sprach sich dafür aus, grundsätzlich und konzeptionell an die Problematik heranzugehen und mit allen Trägern zu sprechen. Laut Verwaltung biete sich dazu die Gelegenheit im März, wenn die Arbeitsgemeinschaft „Stadt der Kinder“ tage.

Letztlich befürwortete der Jugendhilfeausschuss den Antrag der Pfarre St. Sebastian auf Erhöhung des jährlichen Zuschusses um 6000 Euro und empfahl dem Rat der Stadt Würselen die erforderlichen Mittel in den Haushalt 2018 sowie in die Finanzplanung aufzunehmen. Zudem beschloss der Jugendhilfeausschuss, grundsätzlich die Schwerpunkte der offenen Jugendarbeit im Jugendförderplan festzulegen.

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