Herzogenrath: Kirchengeschichte der Region lebendig erfahren

Herzogenrath: Kirchengeschichte der Region lebendig erfahren

Wer ein Stück echter Kirchengeschichte erleben möchte, der muss nicht unbedingt weit reisen: Bei einem Besuch der rund 900 Jahre alten Abtei Rolduc in Kerkrade, gleich hinter der niederländischen Grenze, kann man, ganz ohne lange Fahrt, den größten erhalten gebliebenen Klosterkomplex der Niederlande hautnah erleben.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eingebauten Bleiglasfenster. Das durften nun auch eine ganze Reihe interessierter Bürgerinnen und Bürger aus Herzogenrath und Umgebung im Pfarrzentrum St. Gertrud erfahren: Gertrud Tonnaer, die sich seit geraumer Zeit mit besagten Glasfenstern befasst, hatte im Rahmen der regelmäßig stattfinden Montagsgespräche, vom „Geheimen Licht der Bleiglasfenster” der Abteikirche Rolduc und deren Herkunft berichtet.

Belegen konnte sie ihre Forschungen mit vielen Dokumenten und Bildern aus heutigen und vergangenen Tagen, begleitet von einem fundierten Vortrag, in dem sowohl das Wissen über die Bleiglasfenster als auch Hintergrundinformation über die Abtei gegeben wurden: „Bereits im Jahre 1104 erbaute der Mönch Ailbertus von Antoing an der Stelle der heutigen Abtei Rolduc eine kleine, hölzerne Kapelle, die dann im Jahre 1108 geweiht wurde”, berichtete Tonnaer.

„Die Bleiglasfenster wurden dann, häufig als Spende von Reichen oder zum Beispiel von ehemaligen Schülern des Internates, zwischen 1893 und 1904 in die Kirche eingebaut. Bis zum Jahre 2006 waren wir uns nicht bewusst, wer für die Gestaltung verantwortlich war, doch nun wissen wir, dass der berühmte, niederländische Architekt Pierre Cuypers die Fenster in Auftrag gab. Hergestellt wurden sie von einer Firma aus Roermond.”

Auf den verschieden farbig gestalteten Fenstern werden Szenen und Motive, wie die „Himmelfahrt Mariens”, die „Verkündigung an Maria” oder „Ailbertus, der Gründer von Rolduc”, in nicht-chronologischer Reihenfolge dargestellt.

Bereits am kommenden Samstag, 27. Juni, bietet die Pfarre gemeinsam mit Gertrud Tonnaer um 15 Uhr eine rund eineinhalbstündige Führung an. Treffpunkt ist vor der Abteikirche, die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro. Bei der Exkursion können die Bleiglasfenster, sowie der gesamte Komplex, aus der Nähe angeschaut werden. Um eine vorherige Anmeldung im Pfarrbüro wird jedoch gebeten - spannend und immer wieder überraschend, was die Region an historischen Fakten zu bieten hat.

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