Eurode: Kiga-Cup: Kleine Kicker brauchen nur die Sprache des Sports

Eurode: Kiga-Cup: Kleine Kicker brauchen nur die Sprache des Sports

Ein kleines bisschen scheu sind die Kinder am Anfang schon. Drei- und Vierjährige aus dem Familienzentrum „Villa Kunterbunt” besuchen Gleichaltrige in der niederländischen Kindertageseinrichtung „Peuterspeelzaal Steltloper” in Kerkrade.

Doch bereits nach wenigen Minuten ist die Zurückhaltung verflogen. Schließlich gilt es, auf dem Fußballfeld zu trainieren. Die Kinder beider Einrichtungen spielen am Samstag, 2. Juni, beim Kiga-Cup gemeinsam als „Eurode-Kicker”.

Zur zehnten Auflage des Fußballturniers für Kindergartenkinder erwarten die Organisatoren von SuS Herzogenrath 200 bis 300 Kinder aus 15 unterschiedlichen Kitas im Waldstadion am Fuchsberg. Erstmals sind nun auch Kinder aus einer niederländischen Kita dabei. Begonnen habe alles, weil man den Kindern eine Möglichkeit zum Spielen geben wollte, erklärt Turnierinitiator Ralf Klohr.

Er erzählt, dass damals in einer Kita ein Junge einen Ball mitbrachte. Alle Kinder spielten umgehend auf dem Hof Fußball. Aber sie schossen - fast schon folgerichtig - alles kurz und klein. Die Kinder mussten raus, auf den Rasenplatz. Schon war die Idee für das Turnier unter Kitas geboren. „Wir wollten damit auch versuchen, Nachwuchs für unsere Jugendabteilung bei SuS Herzogenrath zu bekommen”, erklärt Klohr. „Wenn wir die Kinder begeistern und die Eltern interessieren, bekommt das Ganze eine Eigendynamik.” So könne man Kinder für einen Sport gewinnen und später auch bei der Stange halten.

Auf dem Kunstrasenplatz an der Kita „Peuterspeelzaal Steltloper” jagen die Kinder derweil so schnell sie können dem Ball nach. „Die Verständigung klappt sehr gut. Wir helfen nur, wenn es unbedingt nötig ist”, sagt Ine Willems von der Kerkrader Kita. „Die Sprache ist in diesem Alter ja noch gar nicht so wichtig.

Die Kinder finden auch so zueinander”, erklärt Marco Huppertz von der Kita „Villa Kunterbunt”. Beide Einrichtungen arbeiten schon rund eineinhalb Jahre zusammen. Sie besuchen sich regelmäßig gegenseitig, um das alltägliche Leben der Nachbarn kennenzulernen. „Es geht dabei nicht in erster Linie um den Spracherwerb. Die Kinder sollen in die Kultur eintauchen. Bei so einem Austausch entwickeln sich Freundschaften”, sagt Bernd Krott, Bereichsleiter Jugend der Stadt Herzogenrath.

Diese Kontakte können sie nun auf dem Fußballfeld intensivieren. Spaß ist dabei programmiert. Denn für Klohr geht es bei dem Kindergartenturnier in erster Linie ums Spiel. Dabei haben Regeln, Siege, Niederlagen und Punkte zunächst keine wichtige Funktion. „Es geht darum, dass die Kinder Spaß haben. Der Erfolgsgedanke stört dabei nur. Sie können sich auch an einem guten Pass erfreuen”, sagt Klohr.

Doch manchen ehrgeizigen Eltern reicht das nicht. Klohr möchte darüber aufklären, dass man die Kinder am besten in Ruhe spielen lässt. „In dem Moment, in dem das Fußballspiel strukturiert wird, kommt bei den Erwachsenen ein Wettkampfgedanke rein”, sagt Klohr. Das unterscheide das Spiel auf dem Fußballfeld von dem auf dem Bolzplatz oder dem Kita-Hof. „Das nimmt den Kindern Spielfreiheit. Sieg und Niederlage fangen plötzlich an zu zählen. Das freie Spiel geht dadurch verloren”, erklärt Klohr.

Beim kleinen Trainingsspiel der Kinder aus der „Villa Kunterbunt” und der Kita „Peuterspeelzaal Steltloper” sieht man, was Klohr meint. Natürlich versuchen die Kinder, den Ball ins Tor zu schießen. Doch niemand weiß, wie es steht. Niemand versucht, eine Taktik zu erklären. Und die Kinder haben ihren Spaß und leben ihren Spieltrieb aus.

Der zehnte Kiga-Cup findet am Samstag, 2. Juni, im Waldstadion am Fuchsberg statt. Mit dabei sind Kinder aus 15 Kitas aus dem Herzogenrather Stadtgebiet und aus Kerkrade. Los geht es um 10.30 Uhr. Die ersten Spiele beginnen um 11 Uhr. Im Anschluss an das Kindergartenturnier gibt es noch Damenfußballspiele (ab 14 Uhr) und ein Turnier für Freizeitmannschaft (ab 16 Uhr).