Würselen/Kerkrade: Kerkrade will mit Würselens Krankenhaus kooperieren

Würselen/Kerkrade : Kerkrade will mit Würselens Krankenhaus kooperieren

Die Gemeinde Kerkrade will in Zukunft mit dem Rhein-Maas-Klinikum (RMK) zusammenarbeiten, das hat der Bürgermeister der Gemeinde, Jos Som, auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Wie genau die Kooperation aussehen soll, ist noch unklar. In den kommenden Wochen sollen mit der Geschäftsführung des Krankenhauses Gespräche geführt und Informationen ausgetauscht werden.

Jos Som ist in seiner Heimat und bei den Kommunen im Nordkreis dafür bekannt, sich für die euregionale Zusammenarbeit einzusetzen. In den vergangenen Wochen hat Som sich über das RMK informiert und ist, wie er sagt, erstaunt darüber, wie viele Möglichkeiten das RMK biete. Som meint die unterschiedlichen Kliniken und Zentren, die das RMK hat. „Es hat mir die Augen geöffnet, dass wir im medizinischen Bereich im Grenzgebiet noch mehr machen müssen“, sagt Som.

Medizinische Versorgung ohne Grenze: Kerkrades Bürgermeister Jos Som und der Geschäftsführer des Rhein-Maas-Klinikums Würselen, René A. Bostelaar, (kleines Bild v.l.) wollen kooperieren. Foto: Katharina von Maltzahn, RMK

Besonders erwähnenswert ist als ein Beispiel das Schlaganfallzentrum (Stroke Unit). Denn: Nach einem Schlaganfall ist es wichtig, dass Patienten schnellstmöglich versorgt werden. Das Schlaganfallzentrum des Rhein-Maas-Klinikums gehört zu den führenden Schlaganfall-Zentren in Nordrhein-Westfalen. Jährlich werden hier 1300 Patienten behandelt.

Davon könnten in Zukunft deutlich mehr Patienten aus dem benachbarten Ausland profitieren, denn laut RMK-Geschäftsführer René A. Bostleaar, der selbst Niederländer ist, ist der Betriebsteil Marienhöhe gerade mal zwölf Kilometer von Kerkrade entfernt. Auch andere Kliniken wie die Urologie, das Schmerzzentrum sowie die Lungenklinik gelten in der Medizinszene als sehr gut aufgestellt. Die Gemeinde Kerkrade verfügt über kein eigenes Krankenhaus.

Es gibt zwar ein Ärztehaus, in dem verschiedene Spezialisten ansässig sind, das ist aber bei weitem nicht mit einem Klinikum vergleichbar. Patienten müssen laut Som beispielsweise für Knie-Operationen manchmal mehrere Monate auf einen Termin warten. Müssten sie stationär behandelt werden, suchen sie meistens die Unikliniken in Aachen, Genk oder Löwen auf.

Vertrauen aufbauen

Warum genau man sich bislang noch nicht ausgetauscht hat, weiß Som nicht. Als Gemeinde sei man ja nicht vorrangig dafür zuständig, heißt es. Aber Som will, dass die Bürger seiner Gemeinde im Krankheitsfall medizinisch gut versorgt sind. „Die Qualität am RMK ist vorbildlich“, sagt Som. Wichtig sei, dass man in den kommenden Wochen Vertrauen aufbaue und den Bürgern mitteile, welche Möglichkeiten der Behandlung es am RMK für sie gibt. Wichtig ist Som, dass Patienten nicht allzu lange auf Termine warten müssen.

Wie selbstverständlich sollen die niederländischen Ärzte in Kerkrade in Zukunft auch auf das RMK hinweisen, wenn über mögliche Therapien gesprochen wird. Für die niederländischen Patienten mache es rechtlich zumindest kaum einen Unterschied, ob sie sich in Deutschland, Belgien oder den Niederlanden behandeln lassen. Leo Jongen, Beigeordneter der Gemeinde Kerkrade, empfiehlt im Zweifel, die Krankenkasse zu kontaktieren und nachzuhören.

RMK-Geschäftsführer Bostelaar will mögliche Sprachbarrieren bei der Behandlung aus dem Weg räumen. Die Rede ist von Niederländisch sprechenden Ärzten am Würselener Krankenhaus. Auch er bestätigt: Die Behandlung niederländischer Patienten im Grenzgebiet ist grundsätzlich zwischen den Krankenkassen geregelt.

„Gedanklich ist die Grenze vorhanden, in der Realität spielt das bei der medizinischen Versorgung keine Rolle.“

(kf/-ks-)