Baesweiler: Kabarettistin Anka Zink brilliert bei „Kultur nach 8”

Baesweiler: Kabarettistin Anka Zink brilliert bei „Kultur nach 8”

Als Selbstbezeichnung gibt sich Anka Zink gerne den Titel „Rheinischer Satansbraten”. Das mag die Komikerin aus Bonn. Denn das Rheinische - und all das, was damit verbunden ist - ist ihr auf den Leib geschrieben. Und das Kecke ebenfalls.

Nun nahmen gut 200 Zuschauer einen kräftigen Eindruck der hausgemachten Zink mit. In der Alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler stach Anka Zink das Publikum mit ihrem Programm „Sexy ist anders” rundherum (und positiv) an. Die auch fürs Theater „Springmaus” spielende Kabarettistin weist zudem Erfahrungen aus Engagements beim Düsseldorfer „Kommödchen” auf und spielte in verschiedenen TV-Sendungen, zu denen überwiegend die großen Comedy-Shows gehören.

Auf Baesweiler muss sich die Künstlerin besonders gefreut haben. Denn die Scheune betritt Anka Zink ganz pünktlich um 20.08 Uhr. Sie springt im „Sommeroutfit” auf die Bühne. Bunte Bluse, flotte Jeans - und lässt sofort den Bizeps spielen. Die Zuschauer erkennen an der Gestik: Heute wird „ein Kameradschaftsabend stattfinden”, wie Zink ankündigt. Lässig legt sie sich rücklings aufs Tischchen, posiert, grinst, erzählt, dass früher mal „Fummeln” angesagt war und heute dafür das Twittern in Mode ist.

Mit dem Beisatz, „beides wird heute nur noch schlecht praktiziert”. Ihr Schwerpunkt-Thema: die neuen Kommunikationstechniken. Wer ein iPod habe, der sei „in”. Damit könne man spielen, das könne man streicheln, zumal man „ja auch nicht immer ein Kätzchen dabei hat”. Anka Zink pickt sich die Männer raus. „Euer Navi hat doch einen Namen, oder nicht?” Tatsächlich gibt einer zu, dass sein Navigationsgerät Else heißt. Dann kommt der Stich, und die Frauen jubeln: „Ihr Mann unterhält sich doch sicherlich auch immer mit dem blöden Ding und schimpft darüber. Wenn er Streit sucht, kann er sich ja auch mit seiner Ehefrau unterhalten.”

Dann ist der Nachwuchs dran: „Die können doch heute nicht mehr richtig lesen und schreiben, deshalb filmen sie alles.” Es geht ins tiefe Innere der Frau, und da sinniert die Bonnerin laut: „Nicht, dass ich ein Geheimnis habe, aber ich hätte gerne eins.”

Breites Spektrum

Mit diesem hintergründigen Humor macht Anka Zink viele Punkte. Den Zuschauern gefällt das. Auch als sie sich als Büro-Dummchen outet und herrlich den Vorgang des Faxens in Wort und Mimik beschreibt. „Ich brauchte lange, um zu merken, dass man nicht das Papier verschickt sondern das, was drauf steht.” Faltkarten, Fernseher, Fußball, sie hat alles auf dem Kicker, das Spektrum der Künstlerin ist breit angelegt.

So wars in Baesweiler auch mit dem Eintrittsgeld - einfach nur gut angelegt . . .