Baesweiler: Junger Forscher schließt Energielücke am Gymnasium

Baesweiler: Junger Forscher schließt Energielücke am Gymnasium

Gewiss, die unter anderem von der Landesregierung als „Vorzeigeprojekt” geadelte energetische Sanierung des Baesweiler Gymnasiums mit 95 Prozent Energieeinsparung lässt aus Expertensicht keine Wünsche offen. Sollte man meinen.

Denn trotz modernster Baumaterialien, Wärmerückgewinnungssystem, Geothermie und thermischen Solaranlagen gibt es im „Passivhaus”-Gymnasium noch weiteres Energiesparpotenzial. Diese letzte Lücke zu schließen, hat sich Schüler Yannik Mertens vorgenommen.

Und ein Konzept entwickelt, wie die nach der Sanierung noch nötige Restenergie regenerativ beigesteuert werden kann. Dafür wurde nun auch der 13-jährige Beggendorfer geadelt: von der „Jugend forscht”-Jury. Mit dem 2. Preis in der Kategorie Chemie sowie dem Umweltpreis.

Yannik Mertens aus der 9c hatte für seinen Beitrag beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht” das Passivhaus-Konzept - Trakt I ist so gut wie fertiggestellt - unter die Lupe genommen und errechnet, dass nach der Sanierung noch ein Energiebedarf von rund 3000 Kilowattstunden bestehen wird.

Dieser kann durch den Einsatz von Windenergie gedeckt werden, lautete die These des jungen Forschers. Flott machte er sich ans Werk und konstruierte innerhalb eines Monats mit Know-how einer Baesweiler Windrad-Firma und Hilfe eines Nachbarn ein Vertikal-Windrad. „Die Tests mit dem kleinen Modell zeigten, dass mit einer an die zwei Meter großen Kleinwindanlage pro Jahr rund 5000 Kilowattstunden erzeugt werden können”, weiß Yannik Mertens.

Sein Forscher-Erfolg kommt nicht von ungefähr. Seit mehreren Jahren gibt es am Gymnasium einen naturwissenschaftlichen Begabtenförderungskurs „Jugend forscht”, 13 Schülerinnen und Schüler haben bereits Wettbewerbspreise abgeräumt.

Dort werden die Gymnasiasten für ihre Wettbewerbsteilnahme vorbereitet, zu der unter anderem eine schriftliche Erläuterung von gut zehn Seiten sowie ein Referat gehören. Chemie- und Biologielehrerin Alice Pankert leitet die AG und wertet den Erfolg von Yannik Mertens „als hervorragende Motivation für die anderen Schüler”. Nach dem 2. Preis für das Windrad-Konzept haben sich übrigens zehn Schüler neu für den Kurs angemeldet.

Großes Interesse weckt die Idee des Yannik Mertens auch bei der Stadt Baesweiler als Trägerin der Schule. Bürgermeister Dr. Willi Linkens will „mit unseren Spezialisten im Hochbauamt über eine Umsetzung des Konzepts reden”. Der Erfolg des Schülers aus der 9c beweise, welches Potenzial in der Jugend stecke und welch gute Arbeit am Gymnasium geleistet werde.

Yannik Mertens indes betont, „dass ich nicht das Rad neu erfunden habe, sondern einen Denkanstoß geben will, wie man zusätzlich die Umwelt schonen kann”. Und dass er in der Zukunft sein Faible für die Forschung möglicherweise als Maschinenbauer beruflich ausbauen will.

Die Chancen stehen nicht schlecht, schließlich hat der 13-jährige Fußballspieler und Hundefan bereits erfolgreich beispielsweise eine Seifenkiste konstruiert.

Zukunftspläne hat der Gymnasiast auch in puncto „Jugend forscht”. Im nächsten Jahr will er erneut mitmachen, mögliches Thema sind Wellenbewegungen im Wasser. „Das kann sich aber noch ändern.” Vielleicht ändert sich dann auch noch einmal die Platzierung: 2009 hatte Yannik Mertens mit einer Arbeit zum Thema „Fluoreszierende Stoffe” den 3. Preis geholt, in diesem Jahr den zweiten Preis. Auf 2011 darf man also gespannt sein...

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