Jubiläum des Kirchenchors St. Willibrord Merkstein

Feier im Rahmen des Cäcilienfests : 150 Jahre Kirchenchor St. Willibrord Merkstein

Der Kirchenchor St. Willibrord Merkstein blickt in diesem Jahr auf sein 150-jähriges Bestehen zurück. Die Anfänge der Chorgeschichte an der Alt-Merksteiner Ortskirche gehen auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Erstmalig schriftlich belegt wurde der Chor im Jahr 1868.

Auch in den folgenden Jahren gibt es verschiedene Zeugnisse in der Ortsgeschichte. Ein richtiges Vereinsleben mit Satzungen und eigenen Aufzeichnungen entwickelte sich in den 1920er Jahren. Bedeutende Chorleiter in dieser Zeit waren unter anderem H.J. Brachthäuser, 1924 bi1 1936 Paul Krings, ab 1936 Wilhelm Küppenbender.

Die damals sehr regen und vielseitigen Aktivitäten der Sängerschar kamen durch Auftrittsverbote der Nazis in den Kriegsjahren zum Erliegen. Nach dem Kriege ergriff Wilhelm Küppenbender die Initiative und verhalf dem Chor zum Wiederaufleben. Viele Mitglieder waren noch in Kriegsgefangenschaft, als am 28. Januar 1947 die erste Generalversammlung unter Leitung von Präses Hubert Chantrain stattfand. Im April 1947 wurde der neue Chorleiter Hans Ebel angestellt. Seine Amtszeit war von sehr kurzer Dauer, bereits im folgenden Jahr löste ihn Simon Fallot als Organist und Chorleiter ab.

Als Pfarrer Chantrain die Pfarre verließ, wurde 1949 Pastor Johannes Pelzer sein Nachfolger. Neben den regelmäßigen Gottesdienstgestaltungen begann der Chor auch besondere Ereignisse, wie den Cäcilientag, festlich zu begehen. Der Neubeginn war gelungen, der Kirchenchor hatte seinen Platz in der Gemeinde gefunden. 1963 erkrankte Simon Fallot und legte sein Amt nieder. Er hatte den Chor 15 Jahre geleitet. Wilhelm Küppenbenderm sprang sofort ein, um den Chor mit seiner Erfahrung vorübergehend weiter zu führen und vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Eine erste Bestätigung des gelungenen Neuaufbruchs erlebte die Gemeinschaft 1964. Der Chor kfreute sich über einen Zuwachs von 21 neuen Chormitgliedern.

Blütezeit ab 1965

Am 3. September 1965 stellte sich Egidius Fuchs zum ersten Male als neuer Chorleiter den Sängern vor. In den 1950er Jahren war er selbst als „Kind der Pfarre“ Mitglied des Chores. Mit der gestärkten Bedeutung der Kirchenmusik durch das Zweite Vatikanische Konzil und der Verpflichtung von Egidius Fuchs als Chorleiter im Jahre 1965 begann eine Blütezeit. Der Chor erlangte in den 1970er bis 1990er Jahren hohes Ansehen. 1966 - das erste Jahr unter neuer Leitung, brachte dem Chor vollkommen neue Perspektiven, dank der umsichtigen Arbeit von Egidius Fuchs. Kirchenmusikalische Feierstunden, geistliche Abendmusiken, wurden von nun an jährlich feste Bestandteile des Chorlebens. Im selben Jahr sang der Chor zum ersten Mal im Aachener Dom.

Ein Ereignis, das den Sängern viel Anerkennung und Selbstbewusstsein brachte. Das „Domsingen“ gehörte über eine lange Zeit zum festen Jahresprogramm. 1968 - das Jahr der „100 Jahr-Feier“. Dieses Ereignis wird im Chorleben unvergessen bleiben. Es war ein Fest der ganzen Pfarrgemeinde. 1969 - erhielt der Chor eine staatliche Auszeichnung, die „Zelterplakette“, für besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik. Zehn Jahre später eine weitere Auszeichnung. Der Cäcilienverband würdigte die Arbeit des Kirchenchores durch die Verleihung der Palestrina-Medaille. 1993 - der Chor feierte sein 125-jähriges Jubiläum. Ein ganzes Jahr gab es eine kirchmusikalische Reihe von Veranstaltungen.

Viele Gastchöre

Viele Gastchöre traten in Merkstein auf, auch der Domchor aus Aachen sang am 24. April 1993 ein Kirchenkonzert. Nach der Pensionierung vom Egidius Fuchs übernahm 1997 Theo Karl Becker die Chorleitung. Er setzte die Arbeit als Kirchenmusiker und Chorleiter erfolgreich fort. So konnten das Domsingen und die Geistlichen Abendmusiken noch viele Jahre beibehalten werden. Theo Karl Becker ist nun schon über 20 Jahre der Chorleiter in St. Willibrord. Auch die Chöre in St. Thekla und St. Johannes leitete er über mehrere Jahre. Von der Chorgemeinschaft und von der Gemeinde wird Theo Karl Becker sehr geschätzt. Er vermittelt dem Chor bei den Proben viel seines musikalischen Wissens. Bei der Einführung des neuen Gotteslobes gab es zwei Veranstaltungen, zum besseren Kennenlernen des Gebetsbuches und zum Lernen der neuen Lieder. Dafür setzt er sich in den Gemeinden dauernd ein, er stellt neue Lieder vor und bereichert so auch den Gemeindegesang.

Bei der Gestaltung einer Heiligen Messe mit dem Bischof Helmut Dieser, anlässlich der Heiligtumsfahrt in Maastricht im Mai zeigten Chorleiter und Chor ihr Können. Eine jüngste Bestätigung erfolgreicher Arbeit erfuhren die Sänger, als sie Anfang November mit dem Chor von Herz-Jesu in der Kirche St. Thekla eine Rundfunkmesse gestalteten. Die Übertragung erfuhr sowohl von Seiten des Bistums, als auch von den Zuhörern, eine sehr positive Resonanz. Heute wird der Kirchenchor auch nicht von Nachwuchssorgen verschont. Aber immer noch erfreuen sich mehr als 30 Mitglieder an den vielseitigen Aufgaben im Dienste der Liturgie. Am 24. November feiert die Chorgemeinschaft das 150- jährige Bestehen im Rahmen des Cäcilienfestes im Pfarrheim von St. Willibrord. Aus Anlass des Jubiläums gestaltet der Chor am Sonntag, den 25. November um 11.30 Uhr, einen festlichen Gottesdienst mit Orchester in der Pfarrkirche St. Willibrord. Dazu lädt der Kirchenchor herzlich ein.

(fs)