Herzogenrath: Jetzt steht es fest: Roda bekommt zweite Gesamtschule

Herzogenrath: Jetzt steht es fest: Roda bekommt zweite Gesamtschule

Es wäre überraschend gewesen, wenn die Entscheidung anders ausgefallen wäre: In seiner Sondersitzung beschloss der Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur (BSK) mit nur einer Enthaltungsstimme (Renate Gülpen, CDU) die Errichtung einer zweiten Gesamtschule für Herzogenrath.

Damit einher geht die Festlegung, die Haupt- und Realschule in Kohlscheid auslaufend zu schließen. Alle Schüler, die derzeit eine dieser Schulen besuchen, können wie geplant dort ihren Abschluss machen, so die Zusage. Sollten Schüler eine Klasse wiederholen müssen, „gehen wir davon, aus, dass sie dann in der Gesamtschule aufgenommen werden können”, sagte Dr. Manfred Fleckenstein.

Der Vize-Bürgermeister und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Herzogenrath-Mitte hatte zuvor noch einmal die rückläufigen Anmeldezahlen skizziert und zitierte den Wunsch nach einer zusätzlichen Sekundarstufe II, der aus der Elternbefragung hervorging. Ein zusätzliches Gymnasium mache „keinen Sinn”, da es die Haupt- und Realschüler nicht auffangen könne. Und schließlich solle jeder Herzogenrather Schüler eine weiterführende Schule in der Rodastadt besuchen können.

Christoph Pontzen (FDP) unterstrich vor der Abstimmung noch einmal, dass man „gerne ein dreigliedriges Schulsystem in Herzogenrath gehalten hätte”, doch die Zahlen seien „eindeutig”. Diesen Punkt vertrat auch die CDU. Maike Frauenrath betonte, die Fraktion hoffe auf eine gute Abwicklung, besonders für die auslaufenden Schulmodelle.

Pendlerverflechtungen

Zwar muss der Rat der Stadt Herzogenrath in seiner Sitzung im Dezember den Beschluss des BSK-Ausschusses noch bestätigen, doch die Bezirksregierung habe bereits signalisiert, dass sie die Entscheidung als Willensäußerung ansehe und direkt tätig werde.

So rollt nun das Prüfverfahren durch die Schulaufsichtsbehörde bezüglich der Schülerzahlen sowie der Stellungnahmen der Nachbarkommunen zum Vorhaben an. Alsdorf und Übach-Palenberg hatten in ihren Schreiben keine Bedenken geäußert, Würselen hingegen verwies auf die bestehenden Pendlerverflechtungen, die sich mit der Einführung der zweiten Gesamtschule noch erhöhen könnten. Von der Stadt Aachen lag zum Sitzungszeitpunkt noch keine Stellungnahme vor.

Sobald die Bezirksregierung einen Schulleitung bestimmt hat, wird die Konzeptfrage geklärt werden müssen. BSK-Ausschuss-Vorsitzender Bruno Barth (SPD) betonte noch einmal, dass Eltern und Lehrer diesbezüglich gehört werden sollen: „Die Frage ist nur, wie weit die Schulaufsicht das zulässt.” Wie das Konzept am Ende aussehen wird und ob es die Möglichkeit zu einer Montessori-Gesamtschule gibt, wie die CDU-Fraktion zu prüfen bat, wird spätestens im Januar kommuniziert werden müssen. Denn dann beginnt die Anmeldephase für das kommende Schuljahr - und mit dem soll die zweite Gesamtschule in Herzogenrath schon ihre Arbeit aufnehmen.

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