Baesweiler: Jens Neutag bei „Kultur nach Acht“: Mit Volldampf und Niveau

Baesweiler : Jens Neutag bei „Kultur nach Acht“: Mit Volldampf und Niveau

Liebhaber der Kölner Stunksitzung mögen auch automatisch Jens Neutag. Klar, der Kabarettist mit eigenem Programm füllt regelmäßig den alternativen Großkarneval im jecken Machtzentrum mit seinen Pointen. Aber das ist es nicht allein, was den Spaßmacher in die Hitliste des Deutschen Politik-Kabaretts schoss.

Der Mann ist Mitautor von Thomas Freitag oder Sabine Wiegand. Ein spaßiger Tausendsassa also. Den hatte auch Baesweiler mit dem Vorzeige-Programm „Kultur nach Acht“ an der Angel. „Mit Volldampf“ heißt das Soloprogramm des 45-Jährigen, der das Kulturzentrum der Burg Baesweiler fast komplett füllen ließ. Der sehr vielseitige Kabarettist beschloss mit seinem Auftritt die 17er Veranstaltungsreihe „Kultur nach Acht“.

Bevor Neutag die Bühne für zwei Stunden in Beschlag nahm, dankte Baesweilers Bürgermeister Willi Linkens den Fans der Kulturnächte für ihre Treue in diesem Jahr und versprach, das man am hohen Niveau auch im kommenden Jahr festhalten werde und nutzte die Gelegenheit schon mal zum Neujahrsempfang im Januar einzuladen.

Bis Jens Neutag klar formulierte was er zum Beispiel von der allbekannten Rheinischen Spezialität Zuckerrübenkraut („Seähm“) hält: „Medizinisch betrachtet ist das für den Magen so etwas wie Hiroshima.“

Selbst die RTL-Macher hätten sich gesträubt, den Dschungelkandidaten den zähen Sirup anzubieten: „Aus Respekt vor den Maden“. Schützen sollten sich ausgiebig genießende Frühstücksfreunde nicht nur vor Schmelzkäse („Das nennt sich im Baumarkt heute Fugenkit“) und vor sogenannten Smoothies. „Das ist Grünschnitt zum Trinken“, reicherte Jens Neutag die politischen Betrachtungen immer wieder mit Szenen aus dem Leben an.

(mas)
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