Interessengemeinschaft der Anlieger Stegerhüttestraße

Alternativvorschläge für Standort in Baesweiler : Wohin mit dem neuen Seniorenheim?

Wie steht es um das Projekt Seniorenheim an der Schugansgasse? Während die Stadtverwaltung auf Basis der Vorentwürfe einer Reihe von Gutachten zuversichtlich ist, dass sich das Großprojekt der CMS Consulting GmbH & Co. KG aus Köln im Rahmen des Bebauungsplans 113 inmitten eines Grüngürtels als genehmigungsfähig erweist, hält die „Interessengemeinschaft Anlieger Stegerhüttestraße“ weiter dagegen.

So sind die kritischen Anwohner keineswegs der Auffassung der Stadt, dass das Areal in der Nähe des Friedhofs praktisch alternativlos ist und haben andere Stellen aufgelistet (siehe Grafik). Diese Vorschläge seien bereits in einem Gespräch mit erläutert worden.

Dabei gilt es neben 13 Servicewohnungen für betreutes Wohnen ein Pflegewohnstift mit rund 90 Betten im Stadtgebiet unterzubringen. Kein leichtes Unterfangen angesichts des Platzbedarfs, muss man doch Zuwegung, Stellplätze und Außenanlagen noch hinzurechnen.

In dem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben der Anwohnerinitiative dazu werden sechs Areale genannt. In nebenstehender Grafik ist der von Investor und Kommune favorisierte Standort rot gekennzeichnet und trägt die Nummer 1. Mit 2 markiert ist ein von der Initiative vorgeschlagenes Grundstück an der Kurt-Schumacher-Straße, das mit einer Größe von 5400 Quadratmetern angegeben wird. Durch die lange Front der bereits ausgebauten Straße sei die Erschließung und damit auch der Anlieferungsverkehr „völlig unproblematisch und kostengünstig“ möglich, wird argumentiert. Eine ÖPNV-Haltestelle liege wesentlich näher und der Fußweg ins Zentrum sei kürzer.

Foto: grafik

Das weiterhin vorgeschlagene Terrain zwischen Siegenkamp und Tannenweg (die Nummer 3) sei etwa 11.000 Quadratmeter groß. Durch die bereits ausgebauten Straßen Urweg, Siegenkamp und Tannenweg sei auch hier die Erschließung kein Problem. Auch für das Anlegen von Stellplätzen sei Platz. ÖPNV-Anschluss sei mit der Haltestelle Jülicher Straße gegeben.

Die Nummer 4 kennzeichnet die Fläche hinter den Tennisplätzen am Sportzentrum Parkstraße. Hier geht die Initiative von rund 13.600 Quadratmetern aus. Auch dort sieht man mit Blick auf die Freizeitanlagen keine Probleme bei der Zuwegung; für Parkplätze sehe es gut aus. Der Bus halte nicht weit entfernt, allerdings sei der Fußweg in die Innenstadt etwas länger. „Das Grundstück grenzt nicht unmittelbar an Wohnbebauung; Anliegerinteressen können also nicht beeinträchtigt werden“, will man erkannt haben. Reizvoll für die Bewohner eines Seniorenheims an dieser Stelle dürften rundum liegende Grünflächen und freie Landschaft sein.

Der Innenbereich zwischen Frings-, Friedens- und Kirchstraße (Standort 5) kommt aus Sicht der Interessengemeinschaft ebenfalls infrage. Hier wird die Größe mit 5500 Quadratmetern angegeben. Die Zufahrt von der Fringsstraße aus sei auch für Lkw geeignet. Die bestehenden breiten Bürgersteige seien für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer günstig. 8800 Quadratmeter umfasst Vorschlag 6, gelegen zwischen Aachener und Parkstraße in Höhe des Rathauses. Auch hier sehen die vorschlagenden Bürger keine Probleme für ein Seniorenheim. Zu guter Letzt steht ein Grundstück (7) in einer Größe von circa 5260 Quadratmetern zwischen Alsdorfer Straße und Kloshaus.

Die Interessengemeinschaft ist überzeugt: „Die Alternativgrundstücke würden dem Investor ein leichteres und vor allem kostengünstigeres Bauen ermöglichen.“ An zwei Stellen ergebe sich sogar die Option, „einen zukünftig vermehrten Bedarf an Pflegeheimplätzen durch Erweiterungen ohne erneute Investitionen in Erschließung, Verwaltung und Allgemeinflächen sowie mit geringeren Folgekosten im Personalbereich zu decken“.

Und was sagt die Stadtverwaltung zu diesen Alternativvorschlägen? Immerhin hat die Stadt mit dem Investor bereits einen Kaufvertrag über das Areal an der Schugansgasse geschlossen, der allerdings erst dann rechtswirksam wird, wenn das Projekt genehmigt wird. Dem Vernehmen nach geht es für die Kommune um Einnahmen in Höhe von rund 1.130.000 Euro aus dem Deal.

Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel bestätigte auf Nachfrage, dass es ein entsprechendes Gespräch mit Anwohnern gegeben habe, bei dem diese ihre Bedenken nochmals formulierten und Alternativstandorte für das Seniorenheim nannten. „Wir werden das Schreiben der Anwohner dem Protokoll der Unterredung beifügen und natürlich beim Abarbeiten der Bedenken und Anregungen mit berücksichtigen“, sagte die Dezernentin zu. Dabei werde man auch auf die Standortvorschläge eingehen.

Flächen nicht verfügbar

Vorbehaltlich der Prüfung und (politischen) Entscheidung sei klar, dass mit der Wahl eines anderen Standorts erhebliche Verzögerungen bei der Realisierung des Seniorenheims auftreten würden.

Die Analyse der Städteregion habe aber ergeben, dass der Bedarf nach diesen Plätzen kurzfristig besteht. Außerdem seien die jetzt in Rede stehenden Areale bis auf die Fläche an den Tennisplätzen (Parkstraße) nicht im Besitz der Stadt, also nicht verfügbar. Und an der Parkstraße gebe es bereits andere Nutzungsüberlegungen im Rahmen des Bürgerparkprojekts.

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