Alsdorf: Integrationsrat lädt zum Fastenbrechen

Alsdorf : Integrationsrat lädt zum Fastenbrechen

„Ja, es ist anstrengend“, antwortete Burak Akkoca in einem Kurzvortrag über den islamischen Fastenmonat Ramadan auf die Frage, wie schwer das tägliche Fasten im „Sultan der Monate“, dem neunten von zwölf islamischen Monaten, falle. Allerdings würden sich die gläubigen Moslems als Ausgleich umso mehr auf das Fastenbrechen nach Sonnenuntergang freuen.

Zu diesem Fastenbrechen hatte der Alsdorfer Integrationsrat nun interessierte Alsdorfer Bürger geladen. Vorsitzender Mevlüt Zorlu und Bürgermeister Alfred Sonders begrüßten die Gäste.

Wie von Akkoca zuvor in seinem Vortrag geschildert, servierten junge Leute eine warme Linsensuppe, Datteln standen auf dem Tisch, für das Auge sehr ansehnlich dekorierte weitere Speisen zierten die Tische in der Aula der Gustav-Heinemann-Gesamtschule.

Sowohl der Vorbeter der Mariadorfer Moschee als auch der Vorbeter der Marokkanischen Moschee hatten mit Gebetsgesängen eingeleitet, zum Teil mit an die Wand projizierten Übersetzungen der arabischen Gebetsgesänge. So sagt der Koran: „Fasten ist gut für euch, wenn ihr es begreift.“ Fasten, so erklärte Akkoca, sei eine der fünf Säulen im Islam neben dem Glaubensbekenntnis, dem rituellen Pflichtgebet, der Almosensteuer und der Pilgerfahrt. „Das göttliche Gebot dient dazu, die Seele zu reinigen und zu lernen, dankbar und geduldig zu sein.“

Aus heutiger Sicht interpretierte Akkoca auch eine Abkehr vom Konsumverhalten und der Bequemlichkeit in das religiöse Fasten. „Während des Tages kann man oft klarer und konzentrierter denken, und nach Sonnenuntergang kann man eigentlich nur einen Bruchteil dessen essen, wovon man den ganzen Tag geträumt hat“, schilderte er mit einem Schmunzeln. Die Alsdorfer Bürger genossen die servierten Speisen und Getränke bei guten Gesprächen, Mevlüt Zorlu ging von Tisch zu Tisch und sprach mit den Gästen.

„Wir wollen Vorurteile abbauen und Integration leben“, erklärte er. Nach dem Essen gab es noch ein Dessert, am Kaffee- und Teestand bildeten sich lange Schlangen. Es gab ausreichend Gesprächsstoff an diesem Abend, sowohl über das Fasten im Ramadan unmittelbar als auch über Gott und die Welt...

(ust)
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