Würselen: Integration: Runder Tisch wird eingerichtet

Würselen : Integration: Runder Tisch wird eingerichtet

Lebhaft diskutiert wurde bei der Mitgliederversammlung des Förderkreises Asyl Würselen im Saal des Alten Rathauses, zu der Vorsitzender Jürgen Hohlfeld eine Vielzahl der aktiven Mitarbeiter des Vereins begrüßen konnte. Dabei drehte sich die Debatte vor allem über die vom Vorstand vorgetragenen Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit des Förderkreises.

Die Rechenschaftsberichte wurden zustimmend zur Kenntnis genommen. In der Diskussion ging es besonders um die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit durch die Stadtverwaltung Würselens. Bürgermeister Arno Nelles informierte sich persönlich über die Arbeit des Vereins. Er wurde auf die Verlängerung der Arbeitsverträge der drei Sozialkräfte, die die Stadt im Herbst 2016 zur Betreuung der Flüchtlinge eingestellt hatte, angesprochen. Die Verträge laufen im Herbst aus.

Vorsitzender Jürgen Hohlfeld wies auf die Bedeutung der Arbeit der Sozialkräfte hin und forderte deshalb den Bürgermeister auf, die Verträge unbedingt zu verlängern, zumal gerade die aktuell in großer Zahl abgelehnten Asylbewerber eine intensive Betreuung erforderten. „Diese Menschen, die eine Anerkennung als Flüchtling und damit ein Bleiberecht in Deutschland erhofft hatten, stehen nach einer Wartezeit von häufig über zwei Jahren nun ohne eine konkrete Perspektive da und wissen nach der Ablehnung ihres Asylantrages häufig nicht, wie es für sie weitergehen soll.

In dieser für sie verzweifelten Situation brauchen sie dringend professionelle Beratung, und deshalb ist die Vertragsverlängerung der drei Sozialkräfte zwingend erforderlich“, betonte Hohlfeld mit Nachdruck. Nelles stimmte dem inhaltlich zu, wies aber auf die finanziellen Probleme der Stadt hin, da die Bundeszuschüsse drei Monate nach der Duldungsentscheidung entfallen würden, ohne dass Klarheit darüber bestünde, wie die Kommunen diese Lücke schließen sollten.

In diesem Zusammenhang wurde auch intensiv darüber debattiert, wie man in Zukunft die Maßnahmen koordinieren könne, die zur Integration der geflüchteten Menschen beitragen sollten. Nelles regte an, sich in Kürze wieder als Verwaltung, Ratsfraktionen und ehrenamtlich Tätige zusammenzusetzen, wie es bereits zu den Hochzeiten der Flüchtlingszuweisungen 2015 und 2016 praktiziert wurde, um sich auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Dieser Wunsch stimmt mit dem Vorhaben des Förderkreise Asyl überein, einen Runden Tisch „Integration“ ins Leben zu rufen. Ihm sollen unterschiedliche Gruppen und Institutionen angehören, angefangen mit dem Sozialamt, Jugendamt, Schulamt, Wohnungsamt und Gleichstellungsstelle über die politischen Parteien, die Kirchen, Caritas, Diakonie, DRK und AWO, aber auch die Schulen und Kitas, das Job-Center, die Gewerbetreibenden, die Gewerkschaften und Hauseigentümer.

Hohlfeld: „Also alle gesellschaftlichen Gruppen, die ihren Beitrag zur Integration leisten können und leisten müssen, wenn dieses große Vorhaben gelingen soll.“ Der Förderkreis werde dieses ehrgeizige Vorhaben im neuen Geschäftsjahr konsequent angehen, um möglichst viele Akteure am Runden Tisch „Integration“ zusammenzubringen, denn nur gemeinsam werde die Integration der Flüchtlinge gelingen.

(ro)
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