Vorbereitungen für den RRX: In Kohlscheid halten wieder Züge

Vorbereitungen für den RRX: In Kohlscheid halten wieder Züge

Die Zeit der gravierenden Einschränkungen für Bahnkunden, die den Haltepunkt Kohlscheid nutzen, geht dem Ende entgegen. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn DB auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte, wird der Schienenersatzverkehr mit Bussen wie geplant am Montag, 27. August, um 4.30 Uhr enden. Dann sollen die Züge wieder in Kohlscheid halten.

Die Bauarbeiten dort sind Bestandteil der Vorbereitungen für die Betriebsaufnahme des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) zwischen Aachen und Mönchengladbach. Im Viertelstundentakt soll ab 2020 der RRX der Deutschen Bahn größere Städte miteinander verbinden. Davon sollen vor allem Pendler aus der Region profitieren, die etwa in Aachen, Düsseldorf, Köln oder Mönchengladbach arbeiten. Sie sollen dadurch zeitlich flexibler werden.

Längere Zugeinheiten

Noch ist das aber Zukunftsmusik. Die Haltepunkte müssen für die längeren Zugeinheiten modifiziert werden. Die erste Bauphase startete am 13. Juli. Hierbei werden in Kohlscheid die Bahnsteige 1 und 2 auf einer Länge von 150 Metern neu gebaut. Diese Bahnsteige sind dann „barrierefreie“ 76 Zentimeter hoch.

Entsprechend ergänzt werden die Bahnsteigausstattung nebst Wegeleitung. Zudem wird pro Bahnsteig ein Wetterschutzhaus nachgerüstet, wie die DB mitteilte. „Die Arbeiten werden am 27. August zwar noch nicht beendet sein, aber der Schienenersatzverkehr ist dann zu Ende. Hin und wieder könnte es aber noch mal zu Einschränkungen kommen“, sagte eine Bahnsprecherin.

Auch am Bahnhof Herzogenrath laufen die Vorbereitungen für den Halt des RRX. Hier geht es um die „Verlängerung des Hausbahnsteigs an Gleis 1 und 55 und des Mittelbahnsteigs an Gleis 2 und 3 auf eine Länge von 220 Metern“, so die DB. Auch hier wird die Höhe der Bahnsteige 76 Zentimeter betragen. Neu gebaut wird die Bahnsteigüberdachung am Mittelbahnsteig in einer Länge von 37 Metern. Drei Wetterschutzhäuschen werden neu installiert.

Erneut hat der Nahverkehr Rheinland (NVR) die Qualität der Stationen des Schienenpersonennahverkehrs in seinem Zuständigkeitsbereich unter die Lupe genommen.

Weiter Handlungsbedarf

Der Verbandsvorsteher des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland NVR, Stephan Santelmann, resümiert, dass im Jahr 2017 unterm Strich eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr festzustellen sei, wozu gerade das Programm zur barrierefreien Bahnsteigausstattung einen wichtigen Beitrag geleistet habe. Zudem habe sich das Erscheinungsbild der Stationen durch Austausch von Ausstattungselementen verbessert. Allerdings bestehe bei einzelnen Stationen weiter großer Handlungsbedarf.

Vandalismus wie die Zerstörung von Vitrinenscheiben oder von Wetterhäusern machten vielerorts die Verbesserungen leider auch wieder zunichte, so Santelmann.

Davon kann leider auch die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH Stolberg (EVS) ein Lied singen, die für die Strecke verantwortlich ist, auf der die Euregiobahn verkehrt. Hierzu vermerkt der NVR-Qualitätsbericht: „Die EVS GmbH verzeichnet eine ständige Zunahme von Vandalismusfällen und investiert jährlich allein für die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden 16 Stationen einen sechsstelligen Betrag, um die vandalismusbedingten Mängel zu beseitigen.“

EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil bestätigte dies auf Nachfrage unserer Zeitung. Leider würden unter anderem auch Sitze demontiert und Mülleimer angezündet — und das trotz Videoüberwachung. Regelmäßig stehe man auch mit der Polizei und den Ordnungsämtern der entsprechenden Kommunen in Kontakt, damit die dort eingesetzten Kräfte auch ein Auge auf die Stationen werfen.

NVR-Qualitätsbericht

Im Nordkreis unterhält die EVS in Herzogenrath die Haltepunkte Alt-Merkstein, August-Schmidt-Platz und in Alsdorf Busch, Annapark, Kellersberg, Mariadorf sowie Poststraße. Trotz der Vandalismusprobleme liegen diese Stationen der Euregiobahn nach den Bewertungskriterien des NVR im grünen Bereich. „Wir kümmern uns auch intensiv darum“, betont Fürpeil. Durch verstärkten Einsatz von Wartungs- und Reinigungsdienst habe man gegenüber dem Qualitätsbericht 2016 sogar besser punkten können.

Beispielsweise wird allen Haltepunkten Stufenfreiheit bescheinigt. Beim Wegeleitsystem werden aber die Anlage an der Poststraße in Alsdorf sowie die am August-Schmidt-Platz in Merkstein und in Alt-Merkstein mit Rot bemängelt.

Dem DB-Bahnhof werden im NVR-Qualitätsbericht für 2017 Verbesserungsbedarf bescheinigt in den Kategorien Blindenleitstreifen, Aufmerksamkeitsfelder, Tarifinformation, Info-/Notrufsäule sowie Videoüberwachung. Dies dürfte angesichts der laufenden Optimierungsarbeiten im Bericht 2018 deutlich besser aussehen.

In diesem Jahr prüft der Zweckverband Nahverkehr Rheinland zudem intensiver — und zwar zweimal. Im Frühjahr wurden bereits die 60 Stationen mit den schlechtesten Ergebnissen der Vorjahresprüfung in Augenschein genommen, im Herbst werden dann noch einmal alle Haltepunkte aufwendig untersucht.

Weitere Details zum NVR-Qualitätsbericht sind zu finden auf der NVR-Homepage: https://bit.ly/2wbd4cP

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