Würselen: Im Obergeschoss der Alten Schule in Bardenberg wird kräftig entrümpelt

Würselen : Im Obergeschoss der Alten Schule in Bardenberg wird kräftig entrümpelt

Thomas Havers vom Heimatverein Bardenberg hat derzeit zusammen mit seinen Vereinskollegen ein schweißtreibendes Hobby. Bereits zum vierten Mal haben sich der Heimatverein und weitere örtliche Institutionen verabredet, um in der „Alten Schule“ Bardenbergs die Sanierungen voranzutreiben.

Kisten schleppen, Teppich entfernen und tapezieren — die Ehrenamtler wollen das teils marode Gebäude so schnell wie möglich wieder benutzbar machen.

Rückblende: Das 1907 fertiggestellte Schulgebäude diente bis 1982 als Lernzentrum und wurde zwei Jahre später unter Denkmalschutz gestellt. Nach dem Ende des Schulbetriebs bezog unter anderem die Jugendeinrichtung „Nautilus“ das Erdgeschoss. Zahlreiche weitere Vereine fanden in den leerstehenden Räumen mit der Zeit eine neue Heimat und vielseitige Arbeitsplätze.

Zum Ende des Jahres 2013 folgte die Hiobsbotschaft: Das Gebäude wurde wegen akuter Einsturzgefahr des Dachstuhls mit sofortiger Wirkung geschlossen — alle Nutzer waren von jetzt auf gleich „heimatlos“. Der ebenfalls betroffene Heimatverein Bardenberg initiierte ein Jahr später eine an den Bürgermeister und den Verwaltungsvorstand der Kommune gerichtete Resolution, die von 26 Vereinsvertretern unterzeichnet worden war.

Gute zwei Monate später zog der Stadtrat im März 2015 bereits „auf voller Länge mit“ und stellte Haushaltsmittel zur Sanierung von Dach und Mauerwerk zur Verfügung. Im Kalenderjahr 2016 trugen die Maßnahmen dann endgültig die erhofften Früchte. Der neue Dachstuhl wurde fertiggestellt und die Verwaltung konnte weitere Maßnahmen bezüglich des Brandschutzes und der Innenarchitektur genehmigen.

Seit 2017 beheimatet das alte Schulgebäude wieder die Jugendarbeit von „Nautilus“. In Eigenregie bringen Jugendliche und Vereinsverantwortliche das Untergeschoss wieder auf Vordermann. Nach zähem Ringen mit der Verwaltung können auch die im Ober- und Dachgeschoss beheimateten Vereine sich auf einen baldigen Wiedereinzug freuen. Seit Oktober vergangenen Jahres trommelte Havers seine Vereinsfreunde regelmäßig zusammen.

Die Truppe war perfekt aufeinander abgestimmt, konnte man doch auf bereits zwölf Versammlungsrunden mit Vertretern der Stadt zurückblicken. Die „Task-Force“, bestehend aus Vertretern der „Heimatbühne“, des Schützenvereins Sankt Sebastianus, des Trommler- und Pfeifferkorps, der Prinzengarde und des Bardenberger Theatervereins, arbeitet intensiv an der Entrümpelung der oberen Stockwerke.

Noch viel Arbeit

„Die Einhaltung des Denkmalschutzes verkompliziert die Arbeit natürlich“, erzählt Havers im Gespräch mit unserer Zeitung. Aus Brandschutzgründen wurde das Dachgeschoss mit einem zweiten Zugang versehen, der auf der ersten Etage beginnt. Die Holztreppe wurde nach langen Verhandlungen mit der Denkmalschutzbehörde von einer externen Firma eingebaut.

In der jüngsten Maßnahme beschränkten sich die Ehrenamtler auf das Obergeschoss. Entrümpeln hieß das Zauberwort. Während zwei ehemalige Klassenräume noch auf die Erneuerung des Brandschutzes warten (u.a. Verschalung der Deckenträger), sind alle weiteren Räume bereits vorbereitet für die anstehenden Renovierungen. Die neuen Brandschutztüren sind bereits im gesamten Gebäude angebracht.

Das Dachgeschoss bereitet den Ehrenamtler dennoch weiter Kopfzerbrechen. Mauerwerk und Boden waren in deutlich schlechterem Zustand. Die Baumaßnahmen der Stadt führten zwar zu neuen Rigipsverkleidungen und einer neuen Verkabelung — dennoch wartet gerade hier auf die Renovierenden noch viel Arbeit.

20 bis 30 Helfer stehen bei jedem Termin auf der Matte. Wenn es demnächst in die „heiße Phase des Renovierens“ geht, rechnet Havers „vielleicht noch mit dem einen oder anderen mehr“. Läuft alles glatt, möchte man das Gebäude bereits nach den Sommerferien wieder komplett öffnen.

Mehr von Aachener Nachrichten