1. Lokales
  2. Nordkreis

Im Nordkreis sollen Bürger privat den Zweiten Weltkrieg gedenken

Gedenken an 2. Weltkrieg : Das gemeinsame Erinnern ist nicht möglich

Bürger in der Region sollen möglichst privat der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedenken, denn ein gemeinsames Erinnern in Corona-Zeiten ist nicht möglich. Davon betroffen ist auch die traditionelle Erinnerungsarbeit in Würselen.

In Zeiten der Coronavirus-Pandemie hat sich unser gesellschaftliches Leben radikal verändert. Davon betroffen ist auch die traditionelle Erinnerungsarbeit am 8. Mai in Würselen, an dem sich die Bürger seit Jahren am VVN-Mahnmal in der Bahnhofstraße/Ecke Nordstraße getroffen haben, um an die Befreiung Deutschlands von der NS-Diktatur zu erinnern.

Die Schüler der 9. Klassen des Städtischen Gymnasiums, die jedes Jahr diesen Gedenktag inhaltlich gestalten, hatten sich für dieses Jahr im Geschichtsunterricht die Erinnerung an den politischen Widerstand gegen das NS-Regime in Würselen vorgenommen. Sie wollten über die mutigen Menschen berichten, die ihr Leben für Demokratie und Freiheit und für die Wahrung der Menschenrechte eingesetzt haben und damit den Grundstein für unsere heutige demokratische Gesellschaft gelegt haben.

Die Corona-Pandemie hat diesen geplanten Ablauf der diesjährigen Gedenkveranstaltung zunichte gemacht. Trotzdem rufen das Städtische Gymnasium und der Arbeitskreis „kein Vergessen“ dazu auf, am 8. Mai der Opfer des politischen Widerstands gegen das NS-Regime in Würselen zu gedenken, dieses Mal nicht, wie sonst üblich, in einer gemeinsamen Veranstaltung, sondern jeder für sich in seiner privaten Umgebung, denn durch diese Erinnerungsarbeit wird jeder Einzelne zu einem Zeugen der Zeitgeschichte.

Als äußeres Zeichen des Gedenkens kann jeder am 8. Mai Blumen am VVN-Mahnmal ablegen, allerdings zu einem beliebigen Zeitpunkt über den ganzen Tag verteilt, denn ein gemeinsames Treffen am Mahnmal kann natürlich nicht stattfinden. Auf der Säule des Gedenksteins sind die Namen der bekannten Opfer des politischen Widerstands aus Würselen eingemeißelt: Wilhelm Engels, Anton Hilgers, Leo Oller, Wilhelm Reiss, Josef Schaffrath. Sie alle haben ihr Leben für die Freiheit der folgenden Generationen gelassen.

Die Bürger in Eurode sind aufgerufen, sich an dem Gedenken zu beteiligen, indem sie weiße Fahnen oder Tücher in die Fenster hängen, als ein Zeichen für den Frieden und die Versöhnung zwischen den Völkern. Am 8. Mai 1945 trat die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in Kraft – endlich schwiegen die Waffen, der Krieg war vorbei. Dieses Gedenken soll auch in Eurode gefeiert werden. Stefan Becker, Mitglied im Vorstand des Zweckverbandes Eurode, und Reinhard Granz, Vorsitzender des Städtepartnerschaftskomitees Herzogenrath, hatten eine Idee entwickelt, wie trotz Corona-Krise ein Gedenken stattfinden kann.

Stark eingeschränkt

Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen schränken den Rahmen für öffentliche Veranstaltungen stark ein. So müssen für Veranstaltungen an beziehungsweise auf der Grenze nicht nur die deutschen, sondern auch die niederländischen Vorgaben beachtet werden.

Nun wird nur in einem kleinen, geschlossenen Kreis mit Vertretern aus Herzogenrath und Kerkrade auf der Burg eine kleine Gedenkfeier stattfinden. Am Ende der Veranstaltung werden Trompeter aus Kerkrade und Herzogenrath, René Schuren und Niko Robertz, unter anderem „Ode an die Freude“ anstimmen und im Anschluss werden um 23.01 Uhr die Kirchenglocken in Herzogenrath und Kerkrade gemeinsam läuten.

Damit die Bürgerinnen und Bürger in Eurode dennoch an dieser Zeremonie teilnehmen können, wird die Gedenkfeier per Livestream übertragen. Der Livestream ist auf den folgenden Homepages abrufbar: www.herzogenrath.de , www.kerkrade.nl und www.wohltat-ev.com.