Alsdorf: Im Familienzentrum Blumenrath begegnen sich Jung und Alt

Alsdorf: Im Familienzentrum Blumenrath begegnen sich Jung und Alt

Als die beiden Jungs auf Annemie Jansen zustürmen und fröhlich auf ihren Schoss klettern, lächelt die alte Dame. 88 Jahre alt ist sie und mit dem Laufen klappt es schon lange nicht mehr so richtig. Aber hier und jetzt, im Familienzentrum Blumenrath, genießt sie die Augenblicke, in denen sie mit den Kindern spielen, singen, lachen kann. Solche Treffen der Generationen gehören seit einer Weile zum Angebot.

Die Kita-Mitarbeiterin Brigitte Dieckmann hatte den Kontakt zum Haus Stephanie geknüpft, einem Seniorenzentrum am Mariadorfer Ortseingang. Seitdem sind die gegenseitigen Besuche Pflichtprogramm. Meist sind Kinder zu Gast im Seniorenheim, aber jüngst fuhr von dort ein Kleinbus Richtung Kita.

Im Familienzentrum stand ein gemeinsames Singen an, bei dem die älteren Herrschaften ganz klar die Nase vorn hatten. „Alle Vögel sind schon da“ — der Text zu diesem Lied ging den Senioren locker über die Lippen, aber so manchem der Kinder war er völlig unbekannt. Wenn man so will, zeigte sich hier im Kleinen, was das Projekt im Großen bezweckt: Die Generationen sollen auch voneinander lernen.

Während sich die Alten bei den Treffen mit den Kindern um Jahrzehnte zurückversetzt fühlen und sich an längst vergangene Dinge erinnern, profitieren die Kinder von Erzählungen und der Lebenserfahrungen, die die Senioren mitbringen. „Hab ich ja alles auch mal mitgemacht“, sagt Annemie Jansen als Mutter eines Sohnes. „Lange her, war schön.“ Und heute? „Ich freu‘ mich jedesmal auf die Begegnungen mit den Kindern. Das fühlt sich sehr gut an, so lebendig, so lustig.“

Auch Trauriges kann ein Thema sein, wie Projektbetreuerin Brigitte Dieckmann sagt. „Jedes Kind übernimmt eine Patenschaft für einen der Senioren. Da entstehen richtig nahe Kontakte.“ Wenn dann ein Mensch stirbt, wird getrauert. Aber auch das gehört zum Austausch der Generationen.

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