Alsdorf: Im Betonkanu über den Weiher paddeln

Alsdorf: Im Betonkanu über den Weiher paddeln

Seine Jungfernfahrt auf dem Alsdorfer Weiher hat es heil überstanden. Es ist nicht auseinander gebrochen, ans Ufer gestoßen oder gar versunken. Damit steht fest: Mit diesem Betonkanu können sieben Studierende der Aachener Fachhochschule bei einer ganz besonderen Regatta starten.

Am 19. und 20. Juni paddeln die angehenden Bauingenieure über den Baldeneysee in Essen.

Alles Marke Eigenbau

Bei diesem Wettbewerb für Hochschulen und Betriebe sind nur Kanus Marke Eigenbau am Start, die eines gemeinsam haben: Aus Beton müssen sie sein. Dass der ganz gut schwimmt, wissen Studenten der Aachener FH nicht erst seit ein paar Tagen.

„Die Teilnahme an der Regatta hat bei uns Tradition”, sagte Professor Hans Paschmann jüngst beim Stapellauf am Weiher. Um allzu große Sportlichkeit geht es dabei freilich nicht.

Zwar winkt in Essen auch dem schnellsten Team ein Pokal, doch viel begehrter ist die Trophäe für die beste Konstruktion. Die haben die Aachener schon mehrfach ergattert.

Weil sie Wert auf die besondere Verbindung legen. Paschmann: „Wir stellen unsere Kanus immer so her, dass sie aus mehreren Teilen bestehen.” Zum einen, weil sich das rund 120 Kilo schwere Kanu so leichter transportieren lässt. Zum anderen, weil die Studenten beim Bau viel lernen.

In vergangenen Jahren wurden die Einzelteile mal mit Vakuumglocken und mal mit Magneten zusammengehalten. Diesmal ist es ein vergleichsweise simples Stecksystem. Doch weist das aktuelle Kanu eine andere Besonderheit auf: Dank besonderer Farbpigmente und Oberflächenbearbeitung sieht es aus wie eines aus Holz.

Warum dann nicht einfach gleich eines aus Holz bauen? Da winkt der Professor gleich ab. Viel zu einfach. „Beton zum Schwimmen zu bringen ist doch eine viel schönere Herausforderung.”

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