Würselen: Im Abenteuerland ist Bewegung

Würselen: Im Abenteuerland ist Bewegung

Chelsea stapft mit ihren pinken Gummistiefeln in den schwarzen Plastikbottich. Langsam bewegt sie ihre Füße nach links und rechts, beugt sie ein bisschen nach vorn.

„Fühlst Du die Steine”, fragt Andrea Kirsch, stellvertretende Einrichtungsleiterin der integrativen Kindertagesstätte (Kita) „Abenteuerland” des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Zaunkönigweg.

Chelsea nickt. Dann kommt sie aus dem, in den Boden eingelassenen Zuber wieder heraus und geht zum nächsten Behälter. Dort sind die Kiesel etwas größer. Selbst durch die Sohlen der Gummistiefel merkt die Vierjährige den Unterschied. Eigentlich gehen die Kinder mit blanken Füßen über den Barfußweg, der auf dem Außengelände der Kita angelegt ist. Dafür ist es im November zu kalt. Aber Bewegung und frische Luft gehören zum Kita-Alltag eben dazu.

Schließlich ist Bewegung in unterschiedlichsten Arten für die Erzieher und Therapeuten der Einrichtung sehr wichtig. Darum wollen sie sich bis zum Beginn des nächsten Kindergartenjahres im Sommer 2011 zum Bewegungskindergarten zertifizieren lassen. Melanie Carduck, Leiterin der Kita „Abenteuerland”, weiß: „Ein Garten ist für viele kein Standard mehr, der Lebensraum der Kinder ist häufig beengt.”

Für die Zertifizierung sind bereits erste Vorbereitungen getroffen worden. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Mitarbeiter jeder der fünf Gruppen einen Übungsleiterschein macht. An acht Tagen findet die Ausbildung statt. Anregungen und spezielle Übungen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren werden vermittelt. So können die Erzieherinnen demnächst unter anderem die vorhandenen Geräte in der Sporthalle besser einsetzen. Sprossenwand, Schwebebalken und Ringe sind dabei erst der Anfang. Durch eine Zusammenarbeit mit der Wasserwart des DRK könnten Schwimmkurse zustande kommen.

Mit der Spezialisierung will sich die fünfgruppige integrative Einrichtung, die zurzeit 86 Kinder, davon 24 mit einer Behinderung, besuchen, von anderen Kindertagesstätten absetzen. Ist die Zusatzausbildung der Pädagogen im kommenden Jahr abgeschlossen, wird sich die Kita um die Zertifizierung bewerben. Eine Delegation des Landessportbundes wird dann vor Ort prüfen, ob dieser Anfrage stattgegeben wird.

Schon seit Jahren hat die Einrichtung ein bewegungsreiches Konzept. Kreisspiele, Turnstunden sowie freies Spielen auf den Fluren und dem Außengelände sind Normalität. Das Gelände wurde von einigen Vätern in den vergangenen Monaten neu hergerichtet. Balancierecken mit alten Autoreifen wurden erstellt, der Sandkasten neu gebaut, eine kleine Werkstatt eingerichtet. Eine neue Matschanlage soll im nächsten Jahr hinzukommen, und dann wollen die Väter noch Fußballtore bauen.

„Wir wollen die Möglichkeit haben, dem Bewegungsdrang der Kinder einen Raum zu geben”, sagt Andrea Kirsch.

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