Herzogenrath: Herzogenraths Bürgermeister ehrenvoll in Ritterrunde aufgenommen

Herzogenrath: Herzogenraths Bürgermeister ehrenvoll in Ritterrunde aufgenommen

Die festliche Verleihung des „Goldenen Bockrijjers von Roda” wurde erneut zum gesellschaftlichen Höhepunkt. Das Ordenskomitee zur Verleihung des Ordens „Goldener Bockrijjer von Roda” - in Fortführung des „Präsident-Jean-Pütz-Ordens” - hatte beschlossen, diesmal Bürgermeister Christoph von den Driesch mit dem von der Ersten Großen Karnevalsgesellschaft „De Bockrijjer 1928 Herzogenrath” gestifteten Orden auszuzeichnen.

Die Verleihung fand in der festlich dekorierten Aula im Schulzentrum statt. Gäste und die Familie des zu Ehrenden waren zu diesem Zeremoniell gekommen, das durch den Ehrenpräsidenten der Gesellschaft und Vorsitzenden des Ordenskomitees, Franz Josef Kämmerling, mit einem Grußwort eingeleitet wurde.

Die Übergabe des Ordens sollte nicht lange auf sich warten lassen: In der Laudatio von Gerd Zimmermann wurden die Verdienste von Christoph von den Driesch herausgestellt. Der neue Ordensträger wurde 1973 in Heinsberg geboren und ist in wenigen Tagen 39 Jahre jung. Nach dem Abitur, übrigens mit bestem Notenschnitt, studierte er an der Universität in Münster - also im tiefsten Westfalen - Rechtswissenschaften.

„Den Studienort Münster in Westfalen werten wir nicht als Pluspunkt für unsere Ordensentscheidung. Allerdings lernte er da zumindest das Radfahren. Wir wollen niemanden auf die Füße treten”, so Zimmermann, aber es stimme doch, wenn er sage, dass Juristen eigentlich keine Narren sind, auch wenn es manchmal zu närrischen Entscheidungen komme. Doch zurück zum Ordensträger, der laut Zimmermann noch immer keine Pluspunkte gewonnen hat. Daran ändere auch nichts, dass er ein Ergänzungsstudium der Verwaltungswissenschaften an der Deutschen Hochschule in Speyer erfolgreich absolvierte.

Aber immerhin lernte er dort den pfälzischen Wein kennen, der ihn beflügelte, nach dem trockenen Studium das 2. Staatsexamen beim Landesjustizprüfungsamt NRW in Düsseldorf abzulegen, führte der Laudator aus. „In Düsseldorf trat er zwangsläufig mit dem Thema Altbier in enge körperliche Verbindung. Und hier jetzt endlich der erste Pluspunkt für unsere Ordensentscheidung! Jedenfalls, das Bier schmeckte ihm so gut, dass er beschloss, was Richtiges, Handfestes zu machen und in die Kommunalpolitik zu gehen, weil dort bekanntlich so manche Entscheidungen mit reichlichem Alkoholgenuss begossen werden”, sagte Zimmermann.

Von den Driesch wurde im Jahre 2002 in Baesweiler fündig. „Seine Erfahrungen bei Bürgermeister Dr. Willi Linkens brachten ihn vom Altbier weg zum Pilsener, was beim Komitee zweifellos einen weiteren Pluspunkt für die Wahl einbrachte. Ich konnte dann unseren Ordensträger davon überzeugen, dass nicht Baesweiler, sondern Herzogenrath der Nabel der Welt ist und insbesondere in der Brauchtumspflege nach Köln, Düsseldorf und Mainz den 4. Rang einnimmt”, sagte Zimmermann. „Dieses Argument führte dazu, dass er 2003 in der Rodastadt Beigeordneter, 2005 gar 1. Beigeordneter und, nachdem ich erkannt hatte, dass er mir besonders bei bayrischem Biergenuss weit überlegen war, 2008 gewählter Bürgermeister unserer Rodastadt wurde.” Tatsache sei, dass seine Qualitäten weit über Herzogenrath hinaus bekannt sind und er sich als fundierter Jurist und Verwaltungschef einen ausgezeichneten Ruf erworben hat. „Und das, ohne seine Präsenz in der Stadt und natürlich besonders auch in der Brauchtumspflege zu vernachlässigen.”

Für die Stadt Herzogenrath würdigte die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk die Entscheidung des Ordenskomitees: „Was den neuen Ordensträger auszeichnet, ist sein fundiertes Wissen, seine juristischen Fähigkeiten, ist sein unermüdlicher Einsatz für unsere Stadt, seine Kompetenz, seine Zuverlässigkeit, seine Verantwortungsbereitschaft und seine Motivation, sich für die Allgemeinheit, für die Bürger, für die Vereine einzusetzen und diese Stadt weiter zukunftsfähig zu machen, aber auch sein Humor, der dazu beiträgt, dass die Kommunalpolitik nicht alleine von Parteien sondern von Menschen gestaltet wird, die sich mit unserer Zukunft, der Schaffung einer lebens- und liebenswerten Stadt befassen.”

Die Arbeit von Christoph von den Driesch, der nicht nur reden, sondern auch anpacken könne, verdiene es, so der einstimmige Beschluss den Ordenskomitees, durch Verleihung des „Goldenen Bockrijjers von Roda” gewürdigt zu werden. Zum Beifall gab es den Orden und die Urkunde, Vorjahresritter Walter Breuer nahm von den Driesch in die Ritterrunde auf. Tanzmarie Nina Hennersdorf und die Garde des Tanzsportclub Herzogenrath-Merkstein tanzten zu Ehren des Ausgezeichneten.

Von den Driesch, der 57. Ordensritter, bedankte sich für diese hohe Auszeichnung. „Nun bin ich schon fast zehn Jahre im Dienste der Stadt Herzogenrath tätig, seit 2004 Herzogenrather Einwohner und seit 2008 dank Eures Votums Euer Bürgermeister, aber durch diese Auszeichnung werde ich wohl erst zum richtigen ?Rötscher.” Er sei stolz, eine neue Heimat gefunden zu haben „in unserem schönen Roda”. Von den Driesch sagte: „Es beschämt mich ein wenig, dass ich heute ausgezeichnet werde für etwas, das jeder Bürgermeister als selbstverständlicher Teil seines Amtes verstehen sollte, nämlich die Tradition und das Brauchtum seiner Stadt zu pflegen und die Vereinswelt wie es eben geht zu unterstützen!”

Das Unterhaltungsprogramm mit Sandra van de Bergh und Roy Rens sowie Jürgen Beckers wurde vom Vize-Kommandanten der Bockrijjer, Stephan Rauber, moderiert. Marie-Theres Sobczyk und Bettina Lauber begeisterten mit einem Sketch von Loriots „Feierabend”. Für stimmungsvolle Musik sorgte die Kapelle Auweih.

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