Herzogenrath: Herzogenrather CDU bestätigt Kandidaten Christoph von den Driesch

Herzogenrath: Herzogenrather CDU bestätigt Kandidaten Christoph von den Driesch

Mit 95,65 Prozent Zustimmung oder 44 von 46 Stimmen bei zwei Enthaltungen ist der amtierende Bürgermeister Christoph von den Driesch als Bürgermeisterkandidat in Herzogenrath bestätigt worden. Damit strebt der Amtsinhaber bei der Bürgermeisterwahl am 12. Januar 2014 seine zweite Amtszeit an.

Kurz zuvor hatte sich der Verwaltungschef mit seiner Wahlbroschüre von 2008 auf die Bühne der Aula des Schulzentrums gewagt. „Nicht nur, dass ich mittlerweile Bartträger bin“, scherzte von den Driesch, „ich bin überzeugt davon, dass ich Ihre Erwartungen nicht enttäuscht habe.“

Er sprach von einer „mutigen Entscheidung“ der CDU in Herzogenrath, ihn damals als jungen Nachfolger von Gerd Zimmermann nominiert zu haben.

„Alles ist vermarktet“

Vor allem in Sachen Wirtschaftsförderung sah sich von den Driesch in seiner Arbeit bestätigt. „Es ist alles, was vermarktbar ist, vermarktet“, stellte er beispielsweise mit Blick auf die Gewerbegebiete Nordstern und Dornkaul fest.

Allerdings habe es ihm das Wirken der früher zuständigen, von den Sozialdemokraten getragenen Ratsmehrheiten, für die Zukunft nicht leicht gemacht. So stünden viele Grundstücksverhandlungen an, um neue Gewerbeflächen zu schaffen.

Die von der SPD propagierte Nachfrage nach Studentenwohnungen auch in Herzogenrath sah er als kurzfristiges Thema an, das, mit Blick auf die tatsächlichen Steigerungen bei den Erstsemesterzahlen, aber auch nicht so dramatisch sei wie angenommen.

In seiner Funktion als oberster Wirtschaftsförderer habe er in Gesprächen mit Investoren zwei andere wichtige Punkte aufgegriffen. So müsse zum einen die von Aachen aus hinter der Kaiserstraße nördlich gelegene Verkehrsinfrastruktur grundlegend überarbeitet werden.

Eine stringente Planung forderte er auch in Sachen Bahnverkehr und sah, angesichts der auch von Bahnvertretern oft propagierten, hohen Auslastung der Strecke Mönchengladbach-Aachen, hier durchaus Raum für ein drittes Gleis.

„Außerdem bin ich mit Sicherheit niemand, der morgens aufsteht und darüber nachdenkt, welchen Baum er heute fällt“, unterstrich er mit Blick auf die jüngsten Diskussionen um das Baugebiet Dahlemer Straße, „aber es kann nicht sein, dass um jeden Baum herumgetanzt wird.“

Die euregionale Zusammenarbeit fasste er ebenfalls ins Auge: „Wenn nicht wir in Herzogenrath Europa leben, wer dann?“, fragte von den Driesch und forderte, dass beispielsweise der von der niederländischen Regierung wieder zurückgezogene „Wietpas“ wieder eingeführt wird.

„Ich kämpfe gemeinsam mit meinem Bürgermeisterkollegen aus Kerkrade, Jos Som, darum“, so der Bürgermeister. Denn die Einführung der Beschränkung des Erwerbs weicher Drogen auf registrierte Käufer alleine aus den Niederlanden, habe der illegale Handel an der Grenze zwischen Herzogenrath und Kerkrade den Garaus gemacht.

Belebung habe es auch im grenzüberschreitenden Eurode-Business-Center (EBC) und im Technologiepark Herzogenrath (TPH) gegeben, wo vor allem auch Spin-offs, kleinere Unternehmen, die aus Kooperationen mit der RWTH Aachen entstehen, künftig weiter angesiedelt werden sollen.

Sicherheit, die Fortführung des Grundschul-Grundsatzes „Kurze Beine — Kurze Wege“ mit vernünftigen Rahmenbedingungen durch das Land für die Kommune und natürlich die Schaffung neuer Arbeitsplätze, all das nannte er ebenfalls in seiner halbstündigen Rede.

Wichtig war ihm aber auch abschließend, dass das schnell zu entwickelnde Wahlprogramm der CDU in Roda gemeinsam mit den mehr als 350 Mitgliedern im Stadtverband entwickelt werden soll. Auch dafür gab es viel Applaus, natürlich auch von der Stadtverbandsvorsitzenden Marie-Theres Sobczyk und Fraktionschef Reimund Billmann.

(mabie)