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Coronakrise in Herzogenrath: Stadtsportverband gründet Einkaufsservice für Mitbürger

Coronakrise in Herzogenrath : Stadtsportverband gründet Einkaufsservice für Mitbürger

Zusammenrücken und dabei körperlich Abstand halten ist derzeit Bürgerpflicht. Der Stadtsportverband Herzogenrath (SSV) hat darum das Projekt „Sport hilft“ auf die Corona-Lage ausgedehnt – und einen Einkaufsservice gegründet.

„Wir wollen die Risikogruppen, Alte und Kranke, nicht alleine lassen“, sagt SSV-Geschäftsführer Manfred Borgs. Um besonders gefährdeten Menschen das Leben zu erleichtern, es ihnen zu ermöglichen, zu Hause zu bleiben und so Infektionsgefahren zu vermeiden, bietet der SSV in bewährter Kooperation mit der Bürgerstiftung Herzogenrath deswegen einen ausgeklügelten Einkaufsservice für Bedürftige an.

Bei den Sportvereinen hat Borgs angefragt  und bereits zahlreiche Mitstreiter gewonnen, die an drei Tagen in der Woche als „Einkäufer“ und Lieferanten zur Verfügung stehen. Bislang mit dabei sind der Kohlscheider BC und der Tennisclub Merkstein.

Das Ganze funktioniert so: Im SSV-Büro an der Comeniusschule sitzt die Kontaktperson, die Bestellungen entgegennimmt – die selbstverständlich keinen unnötigen Luxus, sondern Lebensmittel und Hygieneartikel für den unmittelbaren Bedarf umfassen sollten. Per WhatsApp erhalten die Mitstreiter in den jeweiligen Stadtteilen dann die entsprechenden Einkaufslisten.

Aus dem SSV-Hilfsfonds „Sport hilft“ bekommt jeder Einkäufer 100 Euro Handgeld zur Vorbezahlung der Waren. Ist der Einkauf beendet, informiert der Helfer die Kontaktperson im Büro. Und die teilt dem Kunden wiederum telefonisch mit, dass die Lieferung unterwegs ist und welche Rechnungssumme bereitgehalten werden soll. Damit die Übergabe des Bestellten so reibungslos und damit schnell wie möglich erfolgen kann.

„Wir wollen tunlichst vermeiden, dass es zu körperlichem Kontakt oder zur Unterschreitung des gebotenen Mindestabstands kommt“, sagt Borgs. Die erhaltenen Geldscheine werden vor Weiterverwendung im Einkaufskreislauf vorsorglich desinfiziert.
Angesprochen sind ausdrücklich nur ältere, erkrankte oder immungeschwächte Menschen, für die das Coronavirus eine besondere Gefahr darstellt, „und nicht etwa Leute, die zu bequem sind einzukaufen“, wie Borgs verdeutlicht.