Salonorchester Da Capo auf Burg Rode

Quasi die Hauskapelle : Salonorchester Da Capo auf Burg Rode

Die Musiker des Salonorchesters Da Capo gehören inzwischen zur Stadt Herzogenrath und der Burg Rode, als wären sie lebendige Einrichtungsstücke eines ebenso imaginären wie gemeinsamen Wohnzimmers.

Irgendwie stimmt die Atmosphäre: Die Musiker des Salonorchesters Da Capo gehören inzwischen zur Stadt Herzogenrath und der Burg Rode, als wären sie lebendige Einrichtungsstücke eines ebenso imaginären wie gemeinsamen Wohnzimmers. Wahrscheinlich ist es diese Vertrautheit, die bei den Gastspielen der niederländischen Künstler aus dem Großraum Maastricht Scharen von Freunden der locker-leichten Klänge mit nostalgischem Anstrich den steilen Weg zur Burg hochsteigen lässt. Dann wird es wieder drangvoll eng im Saal des historischen Gemäuers – so auch wieder in diesem Jahr.

Etwas jedoch war anders in diesem Jahr: Orchesterchef Ernest Frissen, von Hause aus Geiger, ist vor einiger Zeit gestorben. Seine Tochter hält nun bei Da Capo die Fäden zusammen; den Part des Geigers übernahm der aus Russland stammende Nikita Akulow. Sei's wie es sei:

Eröffnungsrednerin Catharina Scholtens vom Burg-Rode-Trägerverein sowie Moderator und Pianist Constant Notten fanden jeweils bewegende Worte, um Frissens zu gedenken – wobei Notten lebensnah formulierte:

„Ernest war alles andere als perfekt, aber alles, was er tat, geschah mit einer großen Leidenschaft.“ Dass die Gäste aus dem Nachbarland nicht nur quasi DAS Orchester des Hauses sind, sondern sich ihre Zuhörer jedes Jahr mit ihrem bewährten Mix aus für ihre Besetzung umgeschriebener Klassik, Filmmelodien und jener Kaffeehausmusik aus der Zeit der wende von 19. zum 20.

Jahrhundert, die ihrem Ensemble den Namen gab, verwöhnen würden – wer hätte das auch an jenem Nachmittag auf der Burg ernsthaft bezweifeln wollen! So herrschten über den Dächern von Herzogenrath die reinste Walzerseligkeit, dann und wann aufgelockert von Constant Nottens heiter-ironischen Conferencen sowie von Auftritten der beiden Stargäste, des Opernsängers Sef Thissen (Bariton) und des zehnjährigen Geigers Raphael Giesbertz.

(chh)